Wohnungsmarkt Wo Studenten besonders viel Miete zahlen müssen

Wohnen wird teurer - auch für Studenten. Eine Auswertung zeigt, wo junge Menschen in Deutschland die größten Probleme haben, günstige Zimmer zu finden.
Wohnungssuche am "schwarzen Brett": Ein Report zeigt, wo es am schlimmsten ist

Wohnungssuche am "schwarzen Brett": Ein Report zeigt, wo es am schlimmsten ist

Foto: Waltraud Grubitzsch/ picture alliance / dpa

Die Mieten in Deutschlands Uni-Städten sind auf ein Rekordniveau gestiegen - je nach Standort gibt es aber starke Unterschiede. Das zeigt der Studentenwohnreport 2019 , den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Mittwoch zusammen mit der Finanzberatungsfirma MLP veröffentlicht. 30 Hochschulstandorte wurden dafür verglichen.

Das Ergebnis: In Frankfurt am Main, Darmstadt, Berlin, Konstanz und München stiegen die Mieten im vergangenen Jahr besonders stark - es gab Zuwächse von sechs Prozent und mehr. Insgesamt hat sich die Situation am Wohnungsmarkt vor allem in Großstädten verschärft.

Wie groß die studentische Wohnungsnot ist, hängt der Studie zufolge auch damit zusammen, wie viele Wohnheimplätze in einer Stadt zur Verfügung stehen. Besonders wenige davon gibt es in Hamburg, Berlin und Bremen. Dort können weniger als sechs Prozent der Studierenden eine Wohnung in einem Wohnheim beziehen.

Das IW hatte in die Auswertung kleine Wohnungen mit einfacher und mittlerer Ausstattung und WG-Zimmer im Umkreis von Universitäten und Fachhochschulen einbezogen. Analysiert wurden Anzeigen auf den Plattformen Immobilienscout24 und wg-suche.de.

Die Fachleute verglichen dabei auch die Warmmieten sogenannter Musterwohnungen in verschiedenen Städten: 30 Quadratmeter groß, 1,5 Kilometer von der Hochschule entfernt, 1995 erbaut, ähnliche Ausstattung.

"Nicht nur Studierende suchen kleine Wohnungen in guten Lagen, sondern auch junge Erwerbstätige, Fernpendler oder Senioren, daher ist der Preisdruck in diesem Segment besonders hoch", sagt Michael Voigtländer, Immobilienexperte am IW.

Während die Mieten stiegen, habe das Nettoeinkommen der Studierenden im Mittel in den vergangenen Jahren stagniert, so die Autoren. Es liege derzeit bei 900 Euro pro Monat. Nur das einkommensstärkste Viertel der Studierendenhaushalte konnte demnach die seit 2010 erfolgten Mietsteigerungen in 26 der 30 untersuchten Hochschulstandorte finanziell ausgleichen.

"Der Anstieg des Bafögs ist für die Studierenden als positiv zu bewerten, reicht aber nicht aus, um in der Mehrzahl der betrachteten Städte den Wohnkostenanstieg zu kompensieren", heißt es in der Auswertung. Das Bafög wurde zum 1. August erhöht. Das Wohngeld für Studierende, die nicht bei den Eltern leben, stieg von 250 auf 325 Euro.

Für die Studie haben die Immobilienexperten errechnet, wie viele Quadratmeter Wohnfläche ein Student mit diesen 325 Euro mieten könnte. Auch hier zeigten sich die starken Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Hochschulstädten. Die Erhöhung des Zuschlags beim Bafög sei zwar "ein richtiger Schritt, wird aber die Situation vieler Studierender nur marginal verbessern", heißt es in dem Report.

Tatsächlich können sich Studierende den Daten zufolge gerade mal in 7 der 30 untersuchten Städte eine 30-Quadratmeter-Wohnung für die 325 Euro leisten. An allen anderen Hochschulstandorten reicht der Wohnkostenzuschlag nicht aus.

Video: Wohnungsnot? - Wohnwürfel, Container, Miniapartment

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