Unikarriere zweier Schwestern Mehr Zwilling geht nicht

Eineiige Zwillinge besitzen die gleiche DNA, Sophie und Julia Janke haben noch ein paar mehr Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel das Studienfach, den Doktorvater und das Promotionsthema.

Endlich Doktorinnen: Julia Janke, Doktorvater Peter Langer, Sophie Janke (von links)
Sebastian Boldt

Endlich Doktorinnen: Julia Janke, Doktorvater Peter Langer, Sophie Janke (von links)

Ein Interview von Franca Quecke


SPIEGEL: Frau Janke, Sie haben Ihre Doktorarbeit an der Universität Rostock am selben Tag wie ihre Schwester begonnen und abgeschlossen. War das abgesprochen?

Janke: Bevor wir angefangen haben, sind wir zusammen vier Monate durch Neuseeland gereist, Work and Travel. Wir sind dementsprechend am selben Tag zurückgekommen, haben für unsere Promotionen das gleiche Stipendium bekommen - und konnten deshalb auch am selben Tag anfangen.

Zur Person
  • Julia Janke
    Sophie Janke, Jahrgang 1990, hat Chemie im Bachelor und im Master in Berlin studiert. Zur Promotion ist sie ihrer Zwillingsschwester nach Rostock gefolgt, mittlerweile arbeitet sie wieder in Berlin.

SPIEGEL: Es war aber kein Zufall, dass Sie auch am selben Tag abgegeben haben, oder?

Janke: Der Abgabetag war ein Stichtag: Bis dahin konnte man die Doktorarbeit einreichen, um sie noch im Sommersemester zu verteidigen. Da wir bei der Verteidigung der jeweils anderen dabei sein wollten und weil wir mittlerweile beide arbeiten, haben wir beide doch später verteidigt - und konnten so auch zusammen feiern.

SPIEGEL: Sie sind für die Promotion extra von Berlin nach Rostock zu Ihrer Schwester gezogen, die dort bereits ihren Bachelor und Master gemacht hat. Warum?

Janke: Wir wollten sowieso näher zusammen ziehen. Meine Schwester hat dann einfach ihren Professor gefragt, ob er nicht auch noch Platz am Lehrstuhl für mich hätte. Er fand es toll - und hat zugesagt.

SPIEGEL: Wie ähnlich waren Ihre beiden Promotionsthemen in der Organischen Chemie?

Janke: Wir waren in derselben Arbeitsgruppe und haben dieselben Methoden verwendet, allerdings in unterschiedlichen Laboren. Bei Problemen konnten wir uns dementsprechend unterstützen und gemeinsam Ideen suchen, wie wir sie lösen können. Drei Jahre lang haben wir uns jeden Tag auf der Arbeit gesehen und auch zusammen gelebt.

SPIEGEL: Nervt das nicht, die eigene Schwester so lange täglich zu sehen - bei der Arbeit und zu Hause?

Janke: Kleinere Streitereien hatten wir bestimmt mal - aber früher war es auf jeden Fall häufiger. Als Zwillinge versuchen wir eher, den anderen aufzubauen - egal, was ist. Man beruhigt dann eher, als dagegenzuhalten.

SPIEGEL: Ihr Doktorvater hat gesagt, dass es eine Zeit gegeben hätte, in der er sie kaum auseinanderhalten konnte. Wie war das bei Ihren restlichen Kollegen und Kolleginnen?

Janke: Es hat bestimmt ein Jahr gedauert, bis uns niemand mehr verwechselt hat - vor allem von weiter weg oder auch von hinten. Ich glaube es ist einfacher, wenn man uns schon getrennt voneinander kennengelernt hat. Das war bei den meisten Doktoranden bei uns in der Arbeitsgruppe nicht der Fall, deshalb war es schwieriger.

SPIEGEL: Für die Arbeit sind Sie nun zurück nach Berlin gegangen, Ihre Schwester nach Hamburg. Freuen Sie sich darauf, nun allein zu leben und zu forschen?

Janke: Es ist merkwürdig, jetzt wieder allein in Berlin zu wohnen - weil es einfach schöner ist, Sachen zusammen zu machen. Abends können wir uns jetzt nicht mehr sehen, um miteinander zu sprechen. Aber zum Glück gibt es Telefone.



insgesamt 5 Beiträge
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tom.burns1 29.10.2019
1. Was habe ich da gerade gelesen?
Ist das hier wirklich ein Beitrag wert? Haben wir sonst nichts zu besprechen? Zwillinge, die gemeinsam promovieren? Wow, ist das spannend! Herr Müller aus Bagdadschopfloch hat soeben einen Nagel in die Wand gehauen! Schnell, schnell. Vielleicht gibt er ja auch ein Interview.
K. Larname 29.10.2019
2.
Ich finde eineiige Zwillinge beneidenswert, da sie (in den allermeisten Fällen) von Geburt an und lebenslang eine(n) Seelenverwandte(n) haben. @tom.burns1, mein tief empfundenes Mitgefühl, Sie haben es wirklich schwer.
Tremolenz 29.10.2019
3. Verteidigung
wieso sollte die eine Schwester bei der VerTeidigung der anderen dabei sein bzw. warum oder wogegen muste sich die andere (oder war's sie eine?) verteidigen? Ich blicke nicht mehr durch.
crombecher 29.10.2019
4. @tremolenz
Man verteidigt eine Promotion gegenüber einem Gremium von Prüfern. Man nennt es auch Disputation.
mabis77812 29.10.2019
5. Natürlich ist das hier einen Beitrag wert ...
Es zeigt allen wie man hier gut und gerne, flexibel und leistungsbereit, eine bild-schöne Karriere machen kann, also die Welt zum absolut überaus positiven verändern und ganz nebenbei Aktionäre und Investoren bei Laune zu halten - ein Schelm wer denkt, dass es eigentlich nur darum ginge. Den Rest, um die Wohlfühloase komplett zu machen, besorgen dann die Medien, wie der Beitrag anschaulich vor Augen führt.
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