Henning Wallerius, 25, und Eike Korfhage, 30, hatten für das Bielefelder Campusradio Hertz 87.9 regelmäßig als Korrespondenten von dem Fahrradzug berichtet. Außerdem wollten die Studenten der Fachhochschule Bielefeld auch von den Gegendemonstrationen zum G8-Gipfel der Regierungschefs aus den wichtigsten Industriestaaten berichten. Die Fotos, die sie seit Anfang Juni auf der Fahrt gemacht haben, sollen Teil ihrer Diplomarbeit werden.
Am frühen Montagmorgen waren sie von der russischen Miliz vor ihrer Unterkunft kontrolliert und verhaftet worden. Den Studenten wurde Urinieren in der Öffentlichkeit vorgeworfen. Das stritten sie aber ab. Sie wurden einer Haftrichterin vorgeführt, die die Entscheidung zunächst verschob und heute dann das Urteil fällte: zehn Tage Haft. Nach Angaben von Korfhage sollen die beiden in ein Gefängnis nahe der deutschen Botschaft überführt werden.
Sie seien "unter dem Vorwand einer Ordnungswidrigkeit", die sie nicht begangen hätten, verurteilt worden, sagte Eike Korfhage heute unmittelbar vor Haftantritt. Er betonte, Wallerius und er hätten sich an den Protesten nicht beteiligt.
Sie hätten bereits zwei Nächte unter "sehr schlechten Haftbedingungen" im Gefängnis verbringen müssen, so Korfhage. Mehrere Bielefelder Bundestagsabgeordnete kündigten laut Campusradio Hertz 87.9 an, sie wollten das Auswärtige Amt kontaktieren und sich für die Studenten einsetzen.