Schöne Bescherung Der Baum brennt

Mutter lächelt den Küchenstress einfach weg, Opa rasselt mit dem Säbel, die Single-Tante möchte gern schnackseln: Dank solcher Menschen wird Weihnachten alle Jahre wieder zum unvergesslichen Fest. Eine Typologie der buckligen Verwandtschaft samt ihrer Macken.

Von Matthias Irle


Der beschäftigte Vater

Aus "beruflichen Gründen" hat er es nicht geschafft, in die Kirche zu kommen, nun sitzt er am Esstisch und ärgert sich über seine bekleckerte Krawatte. Als seine Frau für einen Moment den Raum verlässt, fragt er seinen bereits studierenden Sohn: "Und wie läuft's in der Schule?" Bei der Bescherung reicht ihm seine Frau jeweils ein Päckchen, flüstert ihm ins Ohr, was sich darin befindet und für wen es ist.

Weil die Beschenkten ihm anschließend nicht genügend Dankbarkeit zollen und er ohnehin immer das Gefühl hat, er sei nur "die Kuh, die gemolken wird", verschwindet er demonstrativ in sein "Homeoffice". Dort spielt er eine Runde Tetris auf seinem Laptop, fängt dann fürchterlich an zu weinen und muss von seiner Frau umständlich getröstet werden: "Nein, keiner schließt dich aus." Und: "Du bist ein guter Vater."

Diese Sätze hört man garantiert von ihm: "Von nichts kommt nichts." / "Weihrauch, Myrrhe - was das alles kostet!"


Sieben weitere Weihnachtstypen:

© UniSPIEGEL 6/2005
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