Schummel-Prinz Harry Hat er oder hat er nicht?

Angeblich hat Prinz Harry zugegeben, bei einer wichtigen Kunstprüfung in Eton gemogelt zu haben. Das behauptet eine frühere Lehrerin und legte eine Tonbandaufnahme vor. Sein Vater Prinz Charles schlägt aber in der Betrugs-Affäre zurück.


Harry (in Eton): Beistand vom Vater
DPA

Harry (in Eton): Beistand vom Vater

Prinz Harry war, so viel steht fest, kein brillanter Schüler. Als er das Elite-Internat Eton besuchte, schaffte er die Abiturprüfung mit Ach und Krach: Eine Zwei in Kunst, eine Vier in Erdkunde - das reichte gerade so, um sich für die Offiziersausbildung an der Militärakademie in Sandhurst bewerben zu können, denn dafür brauchte harry in zwei Fächern passable Noten.

Bei einer wichtigen Kunstarbeit soll der heute 20-Jährige allerdings gemogelt haben. Seine ehemalige Lehrerin Sarah Forsyth spielte am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht ein Tonband ab, auf dem Harry nach ihren Angaben sagt, er habe "nur ein ganz kleines bisschen" der Arbeit selbst geschrieben. "Ich habe ungefähr einen Satz davon selbst gemacht", soll er bekannt haben.

Den Großteil habe die Lehrerin selbst geschrieben, behauptet zumindest Forsyth, 30. Die Schulleitung habe sie dazu gewzungen, weil sie dem prominenten Schüler habe helfen wollen.

Das Gespräch mit Harry hatte sie offenbar ohne dessen Wissen aufgenommen und legte das Band dem Arbeitsgericht bei der Verhandlung um ihre Entlassung vor. Forsyth hat die Schule deshalb verklagt und soll eine Abfindung von 10.000 Pfund abgelehnt haben. Mit der Aufnahme will sie beweisen, dass sie von der Schule in unzulässiger Weise unter Druck gesetzt wurde.

Vor einem Jahr veröffentlichte das britische Königshaus ausnahmsweise private Fotos von Prinz Harry - zum Beispiel mit einem gerahmten Bild seiner verstorbenen Mutter auf seinem Schreibtisch Harry in Eton: Schabernack für den Fotografen Auch Prinzen müssen Schuhe putzen
Harry (links) mit Skelett und einer mit Farbe beklecksten Malerschürze über der Schuluniform Gute Freunde: Die britischen Royals mögen Hunde - Harry zum Beispiel die des Eton-Hausmeisters Theater: Prinz Harry bei einem Shakespeare-Stück in Eton

Harry in Eton - klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.

Thronfolger Charles konterte allerdings sofort: Noch während der Anhörung vor dem Arbeitsgericht boten seine Anwälte Journalisten Einblick in die Akten und spielten auch das Tonband ab. Harry sei darauf kaum zu verstehen, so Sprecher des Königshauses. "Das Tonband wurde heimlich von der Lehrerin aufgenommen, als Harry auf dem Weg zu einer Prüfung von ihr aufgehalten wurde", sagte Paddy Harverson, Kommunikationschef des Prinzen von Wales, "es enthält kaum hörbare Halbsätze und scheint auch bearbeitet worden zu sein."

Die gegenüber dem britischen Königshaus sonst nicht zimperliche Boulevardpresse verhält sich seit Donnerstag zurückhaltend und schrieb sogar von "wilden Behauptungen" der Lehrerin. Ob es sich um ein "Geständnis" handelt, ging auch aus einer Tonbandbschrift in der "Sun" nicht klar hervor. Der "Daily Mirror" berichtet, Harry habe beim Gespräch mit Forsyth nicht einmal mitbekommen, worüber sie eigentlich sprach. Harry und sein Vater bestehen weiter darauf, dass der Eton-Schüler nicht betrogen habe - es geht immerhin um seine Chancen bei der Militärausbildung.



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