Affäre an der Freiburger Uni Sechs Professoren der Sportmedizin unter Plagiatsverdacht

Die Freiburger Sportmedizin kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Ärger um die Behinderung von Doping-Aufklärerin Letizia Paoli gibt es jetzt laut SPIEGEL den Verdacht, dass sechs Professoren bei ihren Habilitationen betrogen haben.
Doping-Aufklärerin Paoli: Weitere Plagiatsfälle angezeigt

Doping-Aufklärerin Paoli: Weitere Plagiatsfälle angezeigt

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Hamburg - Die Universitat Freiburg prüft sechs weitere Verdachtsfalle möglicher Plagiate in der Sportmedizin. Dabei handelt es sich nach Informationen des SPIEGEL um die renommierten Professoren Aloys Berg, Gerrit Simon, Arno Schmidt-Trucksäss, Joachim Staiger, Yorck Olaf Schumacher und Ulrike Korsten-Reck.

Angezeigt hatte die Fälle, teilweise schon vor drei Jahren, die Kriminologin Letizia Paoli. Sie untersucht derzeit als Vorsitzende einer Gutachterkommission die Dopingvergangenheit des Universitätsklinikums Freiburg. Zuvor hatte Paoli bereits den Freiburger Sportmediziner Hans-Hermann Dickhuth des Plagiats bezichtigt. Dessen Verfahren endete im September mit einem Vergleich - Dickhuth verlor seine Lehrbefugnis, behielt aber seine Pensionsansprüche.

Wie bei Dickhuth sollen die Arbeiten der anderen sechs Professoren auffällige Übereinstimmungen in Textbausteinen, im Probandenkollektiv, in den Ergebnissen oder in Tabellen mit Doktorarbeiten von Kollegen aufweisen.

Auf Anfrage des SPIEGEL haben Berg, der Vorgänger Dickhuths als Leiter der Freiburger Sportmedizin war, Schumacher, der jetzt in Doha arbeitet, Schmidt-Trucksäss, der nun in Basel tätig ist, und Staiger ausdrücklich betont, sie hätten sich wissenschaftlich redlich verhalten. Professor Simon ist verstorben. Korsten-Reck, Oberärztin in Freiburg, äußerte sich auf Anfrage des SPIEGEL nicht.

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