Affäre an der Freiburger Uni Sechs Professoren der Sportmedizin unter Plagiatsverdacht

Die Freiburger Sportmedizin kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Ärger um die Behinderung von Doping-Aufklärerin Letizia Paoli gibt es jetzt laut SPIEGEL den Verdacht, dass sechs Professoren bei ihren Habilitationen betrogen haben.

Doping-Aufklärerin Paoli: Weitere Plagiatsfälle angezeigt
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Doping-Aufklärerin Paoli: Weitere Plagiatsfälle angezeigt


Hamburg - Die Universitat Freiburg prüft sechs weitere Verdachtsfalle möglicher Plagiate in der Sportmedizin. Dabei handelt es sich nach Informationen des SPIEGEL um die renommierten Professoren Aloys Berg, Gerrit Simon, Arno Schmidt-Trucksäss, Joachim Staiger, Yorck Olaf Schumacher und Ulrike Korsten-Reck.

Angezeigt hatte die Fälle, teilweise schon vor drei Jahren, die Kriminologin Letizia Paoli. Sie untersucht derzeit als Vorsitzende einer Gutachterkommission die Dopingvergangenheit des Universitätsklinikums Freiburg. Zuvor hatte Paoli bereits den Freiburger Sportmediziner Hans-Hermann Dickhuth des Plagiats bezichtigt. Dessen Verfahren endete im September mit einem Vergleich - Dickhuth verlor seine Lehrbefugnis, behielt aber seine Pensionsansprüche.

Wie bei Dickhuth sollen die Arbeiten der anderen sechs Professoren auffällige Übereinstimmungen in Textbausteinen, im Probandenkollektiv, in den Ergebnissen oder in Tabellen mit Doktorarbeiten von Kollegen aufweisen.

Auf Anfrage des SPIEGEL haben Berg, der Vorgänger Dickhuths als Leiter der Freiburger Sportmedizin war, Schumacher, der jetzt in Doha arbeitet, Schmidt-Trucksäss, der nun in Basel tätig ist, und Staiger ausdrücklich betont, sie hätten sich wissenschaftlich redlich verhalten. Professor Simon ist verstorben. Korsten-Reck, Oberärztin in Freiburg, äußerte sich auf Anfrage des SPIEGEL nicht.



insgesamt 71 Beiträge
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acybergogo 26.10.2014
1. Habilitationen in der Medizin
Betrug bei medizinischen Habilitationen ? Ist doch üblich. Alltag quasi. Habe ich in mehreren Fällen als langjähriger Mitarbeiter einer Universitätsklinik mitbekommen. Wird vom System gedeckt. Protest dagegen wird sanktioniert.
Grafsteiner 26.10.2014
2. Es fing an mit Jan Ullrich
Jetzt wird von der 2006 losgetretenen medialen Lawine allmählich die gesamte korrupte deutsche Sportmedizin begraben. Stichwort: Leistungszentren des deutschen Sportes, die nicht anderes als medizinischen Versuchsanstalten sind. Doping war in der BRD genauso üblich und staatlich gefördert wie in der ehemaligen DDR. Die Selbstgerechtigkeit hierzulande ist nur noch zum Kotzen. Die Sport-Journalisten in ihrer typischen Borniertheit und Hybris haben sich dann sogar allein auf den ehemaligen DDR-Sportler Jan Ullrich konzentriert, um den medial fertig zu machen. Diese Schmierfinken versuchen dabei (gegen besseres Wissen), das ganze Ausmass des Betruges zu verdecken und zu vernebeln. Sie selbst sind Elemente des betrügerischen Systems. Nach wie vor.
sok1950 26.10.2014
3. ein Schelm der darin einen Zusammenhang erkennt...
Angezeigt hatte die Fälle, teilweise schon vor drei Jahren, die Kriminologin Letizia Paoli. Sie untersucht derzeit als Vorsitzende einer Gutachterkommission die Dopingvergangenheit des Universitätsklinikums Freiburg. Fühlt die Dame sich nicht ernst genommen?
Inuk 26.10.2014
4.
Eine Schande für diejenigen, die ehrlich promoviert haben, aber keine Karriere machen konnten.
sarkosy 26.10.2014
5. Das war zu erwarten,
der Fisch stinkt immer vom Kopf her und die Freiburger Sportmedizin war( ? ) doch ein echtes Netzwerk,von Sport und Politik nicht nur geduldet,sondern ermuntert.Nur waren die Mediziner zu dumm oder zu naiv,um sich durch Geschriebenes oder Kopiertes abzusichern!
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