Hörsaal statt Kaffeekranz Jeder zweite Gasthörer ist über 60 Jahre alt

Sie interessieren sich für Geschichte, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften - und sie haben Zeit: Rund 33.600 Gasthörer gibt es an deutschen Universitäten. Die Hälfte von ihnen ist mindestens 60 Jahre alt.

Senioren an der Uni Magdeburg: Studieren ohne Abschlussprüfung
DPA

Senioren an der Uni Magdeburg: Studieren ohne Abschlussprüfung


Ihre Haare sind grau, weiß oder teilweise schon ausgefallen. Sie kleiden sich meist in gedeckten Farben, beige etwa oder grau. Und manche Erlebnisse, über die im Hörsaal gesprochen wird, haben sie schon selbst miterlebt: Senioren-Studenten.

Sie machen die Hälfte aller Gasthörer an deutschen Universitäten aus, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.Von 33.600 Gasthörern ist etwas mehr als die Hälfte (17.800) mindestens 60 Jahre alt.

Im Vergleich zu den Vorjahren sinkt die Zahl der Gaststudenten jedoch. Im Wintersemester 2009/2010 waren beispielsweise 41.900 Gasthörer eingeschrieben, 2003/2004 waren es noch 44.800. Das beliebteste Fach bei den Gaststudenten war Geschichte, gefolgt von Philosophie und Wirtschaftswissenschaften.

Gasthörer können auch ohne formale Hochschulreife an Vorlesungen teilnehmen, eine Abschlussprüfung sei für sie aber nicht möglich, teilte das Bundesamt mit. Angesichts der 2,7 Millionen ordentlich immatrikulierten Studenten machten Gasthörer im vergangenen Wintersemester lediglich 1,2 Prozent der Studentenschaft in Deutschland aus.

kha/dpa



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Spiegelleserin57 21.05.2015
1. endlich wird offensichtlich dass...
man mit 60 plus nicht zum alten Eisen gehört für das man so gerne von Jüngeren eingeschätzt wird. Bildung tut in jedem alter gut und man bleibt fit. Ein gesellschaftlicher Wandel findet in allen Ebenen statt.
kalumeth 21.05.2015
2. begrenzte Anzahl von Studienplätzen
den jungen Leuten die Studienplätze knapp machen und übervolle Hörsäle füllen ist doch uncool. Viel besser und weiser, wenn Omi und Opi die Jugend und DEREN bildungsmäßiges Fortkommen sponsert (sowie ggf. die Enkelkinder hütet..!)
Biancchen 21.05.2015
3.
Ist doch super. Besser, als sich gehen zu. lassen und rumzujammern. Außerdem freut es die Profs bestimmt auch, mehr interessierte Zuhörer zu haben, die nicht mit dem Smartphone beschäftigt sind.....
gumbofroehn 21.05.2015
4.
Das klassische Seniorenstudium (Philosophie, Geschichte und sonstiges Gedöns, um sich den Vormittag zu vertreiben) finde ich ein bisschen luschig. Wenn ich in das Alter komme, brenne ich entweder noch mal in aller Konsequenz für ein richtiges Fach (mit Abschluss) oder ich lasse es lieber bleiben.
hohpe 21.05.2015
5. was ist uncool
Zitat von kalumethden jungen Leuten die Studienplätze knapp machen und übervolle Hörsäle füllen ist doch uncool. Viel besser und weiser, wenn Omi und Opi die Jugend und DEREN bildungsmäßiges Fortkommen sponsert (sowie ggf. die Enkelkinder hütet..!)
diese alten knacker haben ihr leben lang steuern gezahlt, damals noch mit 6-Tage-Woche, bei mehr als 40 Stunden. Studieren konnten sich die wenigsten leisten. mit ihren steuern ermöglichen sie aber heute jedem ein kostenfreies studium. ob qualifiziert oder nicht. ob mit berufsaussicht oder nicht. das ist uncool!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.