"Star Wars"-Fanfilm "Wir haben schon Anfragen aus Hollywood"

Für seinen Bachelorabschluss hat der Aachener Filmstudent Shawn Bu einen "Star Wars"-Kurzfilm gedreht - und damit offenbar einen Nerv getroffen. Innerhalb einer Woche haben mehr als sechs Millionen Menschen den Clip auf YouTube gesehen.
Kommilitonen Vi-Dan Tran (l.) und Shawn Bu

Kommilitonen Vi-Dan Tran (l.) und Shawn Bu

Foto: Shawn Bu

Bösewicht Darth Maul kämpft in einem Wald mit dem Lichtschwert gegen mehrere Jedis. "Darth Maul: Apprentice" hat Shawn Bu, 29, seinen 17-minütigen Abschlussfilm für sein Bachelorstudium genannt . Es ist ein Film von "Star Wars"-Fans für "Star Wars"-Fans, wie Bu sagt. Sein Kommilitone Vi-Dan Tran war für die Action-Regie zuständig.

SPIEGEL ONLINE: Herr Bu, Sie haben für Ihren Bachelorabschluss an der Fachhochschule Aachen einen "Star Wars"-Fanfilm gedreht. Auf YouTube wurde er binnen einer Woche rund sechs Millionen mal angeklickt. Wie fühlt sich das an?

Bu: Mit so einer Resonanz haben wir nicht gerechnet. Mehr als 40 Prozent aller Klicks kommen aus den USA. Wir haben sogar schon Anfragen aus Los Angeles. Das ist schon Wahnsinn.

SPIEGEL ONLINE: Wer hat denn angefragt?

Bu: Ein paar Talentagenturen. Wir müssen uns die jetzt erst mal genau anschauen. Dann sehen wir, wie es weitergeht.

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SPIEGEL ONLINE: Warum musste es unbedingt ein "Star Wars"-Film sein?

Bu: Ich war schon immer ein Fan von "Star Wars". Und während des Studiums habe ich Witze darüber gemacht, dass ich doch mal ein Laserkampf-Video machen müsste, bevor ich die FH verlasse. Tja, und dann ist so ein großes Ding daraus geworden.

SPIEGEL ONLINE: Wir lang haben Sie an dem Film gearbeitet?

Bu: Die Dreharbeiten haben innerhalb eines Jahres an 18 Tagen stattgefunden, aber von der ersten Idee bis zur letzten Nachbearbeitung waren es insgesamt zwei Jahre. Erst kurz bevor wir den Film auf Youtube gestellt haben, ist er fertiggeworden.

Am Set mit den Protagonisten

Am Set mit den Protagonisten

Foto: Patrick Suite

SPIEGEL ONLINE: Wie haben Sie den Film finanziert?

Bu: Das Budget lag im unteren fünfstelligen Bereich, dafür habe ich meine Ersparnisse verwendet. Die meisten Kosten hatten wir für das Equipment, Fahrten, Übernachtungen und Essen. Hätte die Crew nicht komplett umsonst gearbeitet, hätte ich den Film nie finanzieren können.

SPIEGEL ONLINE: Wie viele Leute waren denn beteiligt?

Bu: Um die 70. Das waren Kameramänner, Kostümdesigner, Visagisten und natürlich die Schauspieler.

SPIEGEL ONLINE: Ihre Protagonisten legen eine beeindruckende Performance mit Lichtschwertern hin. Haben sie vorher ein besonderes Kampftraining erhalten?

Ben Schamma als Darth Maul

Ben Schamma als Darth Maul

Foto: Stefan Siebert

Bu: Nur Svenja Jung, die weibliche Hauptrolle, musste extra für die Kampfszenen trainieren. Die meisten der anderen Darsteller sind tatsächlich erfahrene Stuntmänner oder Action-Darsteller wie unser Protagonist Ben Schamma. Der hat sogar sein Make-up selbst gemacht und hat sich an jedem Drehtag viereinhalb Stunden Zeit genommen, um sich in Darth Maul zu verwandeln.

SPIEGEL ONLINE: Welche Note haben Sie für den Film bekommen?

Bu: Eine 1,0. Das war schon im vergangenen Sommer, als der Film noch gar nicht fertig war. Aber der Professor hat damals schon erkannt, wie viel Arbeit darin steckt.