Festnahme auf dem Campus Student soll Waffenhändler sein

Polizisten stürzten sich in der Hochschule Schweinfurt auf einen Studenten und führten ihn weg. Der junge Mann ist des Waffenhandels verdächtig, zwei Klausuren schrieb er in Haft. Die Kommilitonen spekulieren: Was steckt dahinter?

Hochschule Schweinfurt: Arbeits- und Lebensmittelpunkt eines Waffenschiebers?
Corbis

Hochschule Schweinfurt: Arbeits- und Lebensmittelpunkt eines Waffenschiebers?


Die Festnahme war spektakulär: Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei führte einen Mechatronik-Studenten Ende Januar direkt aus der Hochschule Schweinfurt ab. Dem 25-Jährigen wird von der Staatsanwaltschaft Schweinfurt vorgeworfen, an illegalen Waffengeschäften beteiligt gewesen zu sein.

Bei den Waffen soll es sich auch um Maschinenpistolen gehandelt haben, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen. Vier weitere Verdächtige wurden festgenommen und wieder freigelassen. In dem Zusammenhang fand die Polizei bei Durchsuchungen im Raum Schweinfurt insgesamt zehn Schusswaffen und mehrere tausend Schuss Munition.

Seitdem spekulieren viele in der Stadt und an der Hochschule: Es heißt, der junge Mann sei ein Waffennarr. Er habe Munition hergestellt und in seinen Schließfächern aufbewahrt. Und er habe die dann nachts im Innenhof der Hochschule getestet, mit Schalldämpfer, damit ihn niemand höre. So steht es zumindest in der Lokalzeitung "Mainpost". Ein Student als Waffenhändler, der Campus als Tatort: Kann das sein?

Klausuren im Gefängnis geschrieben

Fest steht immerhin: Der Student sitzt in Untersuchungshaft. Roland Weigand, Referent des Hochschulpräsidenten, kann die Spekulationen nicht bestätigen. "Der Student war uns nicht als auffällig bekannt", sagte Weigand SPIEGEL ONLINE. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt verweist auf ihre Pressemitteilung zur Festnahme, will aber die sonstigen Berichte vom Campus nicht kommentieren.

Klar ist auch: Der 25-Jährige ist noch immatrikuliert und hat im Gefängnis zwei Klausuren geschrieben - zur gleichen Zeit wie seine Kommilitonen, unter Aufsicht eines JVA-Mitarbeiters. Nachteile für sein Studium muss der mutmaßliche Waffenhändler nicht fürchten, erklärt die Hochschule: Laut FH-Leitung werden alle Prüfungen anonymisiert benotet.

gub

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
Newspeak 26.02.2015
1. ...
Solange es so ist, daß dieses Land Waffen im Tonnenmaßstab in die ganze Welt exportiert, vor allem auch Kleinwaffen, dann ist doch alles in bester Ordnung, nicht wahr?
Koalabärin 26.02.2015
2. @ Newspeak
Richtig, der Knabe hat es nur nicht groß genug aufgezogen, daß er sich als Wirtschaftszweig verkaufen konnte.
pegasus2012 26.02.2015
3. Ort der Festnahme?
Warum erfolgte die Festnahme in der Schule? Hier drängt sich der Verdacht auf , das die Staatsmacht bewusst den Verdächtigen schon ein mal vorab diskreditieren wollte. Wenn ein Spezialeinsatzkommando involviert ist, muss die Aktion vorher geplant worden sein. Warum wurde der Student nicht zuhause festgenommen?
joooooo 26.02.2015
4. Waffennarr daheim festnehmen?!
Es wäre natürlich äußerst sinnvoll, einen waffennarr, den MP's und haufenweise Munition daheim hat, dort auch festnehmen zu wollen...
pegasus2012 26.02.2015
5. Das Überraschungsmoment ist ausreichend!
Zitat von jooooooEs wäre natürlich äußerst sinnvoll, einen waffennarr, den MP's und haufenweise Munition daheim hat, dort auch festnehmen zu wollen...
Auch noch die Staatsmacht in Schutz nehmen? Hier wurde ein Mensch vor den Augen seiner Kommilitonen stigmatisiert! Das war eine bewusst herbeigeführte Aktion um dem Mann schon einmal vorab die Existenz zu versauen! Zum Glück hält die Hochschule zu ihm, und er kann trotzdem seine Arbeiten schreiben! War wohl nichts liebe Staatsmacht!
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