Engagement in Afrika Das ist der Student des Jahres

Er studierte Wirtschaft, dann Medizin - und engagiert sich dazu noch in Afrika: Christoph Lüdemann, 29, aus Nordrhein-Westfalen wird als erster "Student des Jahres" ausgezeichnet.

Christoph Lüdemann im Foyer der Privatuniversität Witten/Herdecke
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Christoph Lüdemann im Foyer der Privatuniversität Witten/Herdecke


Christoph Lüdemann darf sich fortan "Student des Jahres" nennen. Der 29-Jährige studiert an der nordrhein-westfälischen Privatuniversität Witten/Herdecke und er hat die Hilfsorganisation L'appel Deutschland mitgegründet, die sich in Ruanda und Sierra Leone engagiert.

Dafür wollen ihm der Deutsche Hochschulverband und das Deutsche Studentenwerk am Montag in Berlin die neu ins Leben gerufene Auszeichnung und 5000 Euro Preisgeld übergeben.

Eine Jury wählte Lüdemann unter 106 Bewerbern aus. "Trotz eines zeitintensiven Studiums lenkt er eine Hilfsorganisation, die Menschen mit schlechten Zukunftsaussichten Perspektiven auf eine bessere Zukunft eröffnet", heißt es zur Begründung.

Der Student der Humanmedizin und Absolvent der Wirtschaftswissenschaften hat mit seinem 2013 gegründeten Verein eine Krankenstation in Ruanda aufgebaut. In Sierra Leone soll eine Ganztagsschule entstehen. Außerdem vermittelt die Organisation jungen Menschen aus beiden Ländern deutsche Sponsoren, die ihnen Bildung ermöglichen sollen.

"Die meiste Zeit investiere ich in L'appel", sagte Lüdemann der "Süddeutschen Zeitung". Die Klausuren an der teuren Privatuni schreibe er nebenbei. "Natürlich gibt es dann am Ende nicht immer die beste Note." Aber die Vereinsarbeit habe ihm viele andere gute Erfahrungen gebracht, zum Beispiel in Prozessmanagement und Teamführung.

Stipendium fürs Studium: Hier findet fast jeder Student sein Stipendium

lov/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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Alias Alias 04.04.2016
1. Wenn das alles ist, was man dafür braucht,
dann sind 5-10% der Studierenden preisverdächtig unterwegs! Darüber hinaus scheint er aus einem reichen Elternhaus zu kommen, da er an einer teuren Privatuni lernt. Ich bin nicht überzeugt.
Mr T 04.04.2016
2.
Es heisst "Der Preis würdigt einen Studenten, der ein über die Leistungen im Studium hinausgehendes, herausragendes Engagement zeigt", betonten DHV und DSW. " Der Preis ist also nur fuer die ausserstudentische Aktivitaet (und ist unabhaengig von der Uni) seine Stiftung sieht doch ganz beeindruckkend aus.
Koralle 04.04.2016
3. Bezug zum Studium?
Ich gönne dem Mann die Auszeichnung - auch wenn er mit 29 für einen Studenten schon recht alt ist... Viel zu selten wird in unserem Land auf Leistungsträger verwiesen. Allerdings: mir fehlt der inhaltliche Zusammenhang zum Preis, mit dem der Student ausgezeichnet wurde, denn begründet wird die Auszeichnung als "Student des Jahres" mit seinem sozialen Engagement. Hierfür gibt es jedoch andere Möglichkeiten der Würdigung. Der erste "Student des Jahres" sollte m.E. dafür ausgezeichnet werden, dass sie/er besonders im Rahmen des eigentlichen Studiums hervorsticht - z.B. eine besondere innovative oder aussergewöhnliche Fächerbelegung, um den Fokus mal weg von BWLern und Medizinern (siehe der Ausgezeichnete!) zu rücken. Oder für die Absolvierung des Studiums unter besonders schwierigen persönlichen oder finanziellen Bedingungen. Als positives Beispiel, dass man es trotz Hürden schaffen kann. Oder jemand, der fachübergreifend Kommilitonen institutionalisiert zugunsten der Forschung vernetzt etc. Denkbar ist vieles. Wie man auf den ausgewählten Preisträger gekommen ist, bleibt mir eher ein Rätsel.
123456789abc 04.04.2016
4. Mit 29 Student des Jahres??
Na dann freue ich mich schon auf die Zukunft - früher ware das die ASTa-SeniorenStudenten ... nun auch an der Privat-Uni. PS: Kenne einen TU-Dresden Ingeneursstudenten, der hatte in der Regelstudienzeit geendet+ 1 Auslandsemester Afrika, wo er zwischendurch mal Prorektor für IT an der besuchten Uni war, und vermutlich wirklich was bewegt hat.
hlschorsch 04.04.2016
5. Dsdss
"Deutschland sucht den SuperStudi". Was für ein Schwachsinn und für eine Geldverschwendung: Ich möchte nicht wissen, wieviele hochbezahlte Menschen sich darüber Gedanken machen mussten in der Jury.
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