Was mir gefällt Fusion, Rap und Atemschaukel

Was diesen Sommer sein muss: Politikstudent Joshua Vogel verrät, welches Festival er liebt, welche Bücher ihm eine alte Freundin empfohlen hat und warum er für Kunst ins Ruhrgebiet reisen wird.
Joshua Vogel, 25, studiert Politik und Pädagogik an der Christian-Albrechts-Universität Kiel

Joshua Vogel, 25, studiert Politik und Pädagogik an der Christian-Albrechts-Universität Kiel

Foto: privat

Ein Song läuft bei mir zurzeit in Dauerschleife, er heißt "Casino" und ist die erste Single des Rappers Lemur. Der ist schon als Sänger des Rap-Duos "Herr von Grau" bekannt geworden und macht nun deutschsprachigen HipHop mit alltagskritischen Texten, in denen er sehr intelligent sich selbst und die Menschen um sich herum beschreibt. Das ist nicht dieser typisch sexistisch-übertriebene Gangster-Rap, sondern geschickter Umgang mit Worten - sehr groß!

Ich habe zwei ältere Bücher im Auge, die ich unbedingt als Nächstes lesen will. "Atemschaukel" von Herta Müller, in dem ein Mann 1945 in ein russisches Straflager verschleppt wird. Und "1979" von Christian Kracht, in dem es um den Putsch in Teheran geht. Beide Bücher sind eine Empfehlung einer langjährigen Freundin von mir, die ganz viel liest und sagt, beide Werke seien eine Kombination aus toller Sprache, Unterhaltung und Politik.

Ich studiere zwar in Kiel, aufgewachsen bin ich aber in Soest bei Dortmund, deshalb fahre ich hin und wieder ins Ruhrgebiet. Demnächst will ich mir im Oberhausener Gasometer "Der schöne Schein" angucken. Das ist eine Ausstellung mit Reproduktionen ganz großer Werke - zum Beispiel die "Mona Lisa" von da Vinci oder van Goghs "Sternennacht", alles einmal quer durch die Kunstgeschichte von der Antike bis Picasso. Die Ausstellung geht noch bis Ende des Jahres.

Foto: Roland Weihrauch/ picture alliance / dpa

Außerdem liebe ich das "Fusion"-Festival, das schon seit vielen Jahren am letzten Juni-Wochenende auf dem ehemaligen Militärflughafen in Lärz stattfindet, einem kleinen Dörfchen in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade zurück, freue ich mich schon aufs nächste Jahr. Spannend ist, dass vorher nie ganz klar ist, wer auftritt. Es gibt immer eine tolle Mischung aus elektronischer Musik, Theater- und Filmvorführungen, Punkrock und Polit-Workshops.

Foto: Alexander Müller/ picture alliance / dpa
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Ausgabe 4/2014

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