Studenten im Rennfieber Graz gibt Gas

Den besten Flitzer bauten diesmal die Ösis: Eine Uni aus Österreich stellt das Siegerteam der "Formula Student". Am Wochenende sausten studentische Tüftler mit eigenwilligen Rennautos über den Hockenheimring - beim Härtetest schafften es längst nicht alle ins Ziel.


Für das packende Duell um den Formel-1-Titel, das sich Michael Schumacher und sein Rivale Fernando Alonso beim Großen Preis von Budapest lieferten, hatten einige Motorsport-Fans kaum einen Blick übrig: Studenten kämpften bei der "Formula Student Germany" auf dem Hockenheimring selbst um die Motorsport-Krone. Rund 40 Teams waren mit selbstgebauten Rennwagen gegeneinander angetreten.

Das Ergebnis: Die TU Graz stellt mit dem "TUG Racing Team" den Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs. Auf den zweiten Platz kam die Mannschaft "Stadia Motorsport" von der Polytechnischen Universität Helsinki, gefolgt von der TU Delft, die das "DUT Formula Student Racing Team" ins Rennen schickte.

Anders als bei den Vorbildern aus der Formel 1 war bei der "Formula Student Germany" nicht ein einziges Rennen entscheidend: Die Konstrukteure mussten in mehreren Disziplinen punkten, unter anderem in Design, beim Benzinverbrauch und beim Kosten-Management. Nur wer gleichmäßig in allen Kategorien stark war, konnte in der Gesamtwertung weit nach vorn kommen.

Ein längeres Rennen trugen die Konkurrenten aber doch noch aus: Beim Ausdauertest am letzten Tag des Konstruktionswettbewerbes mussten die Teams zeigen, dass ihre Autos auch unter Rennbedingungen auf einer 22 Kilometer langen Strecke bestehen können. 18 Rennwagen bestanden den Test. Das schnellste Gefährt stellte dabei die Universität Queensland. Sie verwies die TU Graz und die Universität Stuttgart auf die weiteren Treppchen-Plätze. Die Stuttgarter Studenten um ihren Fahrer Michael Kissling waren mit den Renntagen rundum zufrieden und wurden beim Autocross zum Beispiel Zweite, während die FH Kiel den Preis für den "besten Newcomer" abräumte.

Die Studenten-Mannschaften hatten monatelang an ihren Rennwagen getüftelt. Bisher fanden die Rennen stets in England und Übersee statt, die "Formula Student Germany" war der erste Grand Prix in Deutschland. Jedes Jahr müssen die Teams ein neues Auto entwickeln, um an der Rennserie teilnehmen zu können. Offiziell dürfen sie nicht mehr als 25.000 Dollar investieren, sie werden aber häufig von Sponsoren unterstützt, die Materialien zur Verfügung stellen.

Statt einer Schampus-Schlacht auf dem Podium feierten die studentischen Motorsport-Fans bodenständiger: Zum Abschluss des Wettbewerbs gab es bayerische Spezialitäten und Freibier für alle.

jaf



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