Kochbuch von Asylsuchenden Nächstenliebe, die durch den Magen geht

Flüchtlingshilfe, die schmeckt: Studenten aus Berlin haben ein Kochbuch mit Rezepten Asylsuchender herausgegeben. Darin geht es jedoch um viel mehr als um die Zutatenliste der Leibgerichte von Menschen aus Ländern wie Irak, Äthiopien und Afghanistan.
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Kochbuch von Flüchtlingen: Gutes Rezept

Foto: Gerrit Kürschner/Ninon Demuth

Nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa wird in Deutschland wieder viel über Asylpolitik debattiert. Vier Studenten aus Berlin machen nun auf ungewöhnliche Weise auf die Schicksale von Flüchtlingen aufmerksam. Gemeinsam mit Asylsuchenden entwickelten sie das Kochbuch "Über den Tellerrand kochen". Darin stellen Männer und Frauen aus dem Irak, Äthiopien, Afghanistan und elf weiteren Nationen ihre Lieblingsgerichte vor - und erzählen zudem die Geschichte ihrer Flucht.

Die Idee für das kulinarische Projekt hatten Carolin Strehmel, Bontu Guschke, Gerrit Kürschner und Ninon Demuth, Studenten an der Freien Universität Berlin. Sie brachten das Buch innerhalb von nur sechs Wochen zur Druckreife; jetzt ist es für 15 Euro erhältlich (Infos unter ueberdentellerrandkochen.de ).

Dabei ist es für die Studenten, die Publizistik und Biochemie studieren, nicht nur beim Rezeptesammeln, Layouten und Schreiben geblieben: Sie freundeten sich mit einigen Flüchtlingen an, gingen mit ihnen einkaufen, trafen sich zum gemeinsamen Kochen.

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Foto: Frauke Thielking

Ausgabe 6/2013

Die Super-Streber
Warum viele Studenten so ehrgeizig sind

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Manche Zutaten, wie die Okraschoten aus dem Hochland Ostafrikas, waren den jungen Akademikern bis dahin völlig unbekannt. Genauso wie die Rezepte für Erdnussbutter-Suppe aus Ghana, Fisch-Eintopf aus Nigeria oder das pakistanische "Chicken Karaki", das mit einer würzigen Ingwer-Knoblauch-Paste angerichtet wird. Ein besonders gutes Rezept? "Ich habe mir gestern noch Biryani gekocht. Das ist ein Reisgericht mit Huhn, Curry und Rosinen", sagt Carolin.

Buchtipp
Foto: Gerrit Kürschner/Ninon Demuth

Mit diesem Kochbuch machen vier Studenten aus Berlin auf ungewöhnliche Art auf die Schicksale von Flüchtlingen aufmerksam: In "Über den Tellerrand kochen" stellen Asylbewerber aus Ghana, dem Irak, Syrien und elf anderen Ländern Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat vor - und erzählen von ihrer Flucht und ihrem neuen Leben in Deutschland.

Das Buch wird derzeit neu aufgelegt und ist ab Januar wieder erhältlich. Vorbestellungen über team@ueberdentellerrandkochen.de . Ein Teil des Erlöses geht an die Organisation Pro Asyl.

Wenn das Buch ein Erfolg wird, wollen sie und ihre Kommilitonen ein weiteres Kochbuch auf den Markt bringen. Ein Teil des Erlöses geht an die Organisation Pro Asyl.

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Studenten helfen kostenlos: Wir machen das freiwillig

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