Studenten-Wanderung Der Osten bekommt Zuwachs

Endlich einmal eine positive Wanderungsbilanz für die ostdeutschen Bundesländer: Sie ziehen mehr Studenten aus Westdeutschland an als umgekehrt junge Ostdeutsche zum Studium in den Westen abwandern. Ohne Berlin sähe die Statistik allerdings anders aus.


Magnet im Osten: Humboldt-Universität Berlin

Magnet im Osten: Humboldt-Universität Berlin

Diese Zahlen wird man an Ostdeutschlands Hochschulen gerne lesen: In den neuen Bundesländern studieren mehr angehende Akademiker aus Westdeutschland als ostdeutsche Kommilitonen im Westen. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Während sich im Wintersemester 2002/2003 rund 70.600 junge Wessis gen Osten aufmachten, zog es umgekehrt nur 55.700 junge Ossis zum Studieren in die alten Bundesländern.

Die Bilanz hat allerdings einen Haken: Das Bundesland Berlin als Ganzes wurde in der Statistik dem Osten zugeschlagen, und damit auch die großen ehemaligen Westberliner Hochschulen wie die Technische Universität (TU) und die Freie Universität (FU).

Grafik: Studenten auf Wanderschaft
Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Grafik: Studenten auf Wanderschaft

Die Bundeshauptstadt allein zieht nämlich über 36.000 Studenten und damit mehr als die Hälfte der "Ost-Fans" an.

Gleichwohl können auch die anderen östlichen Bundesländer mit beachtlichen Westler-Quoten aufwarten: So studieren in Mecklenburg-Vorpommern 17 Prozent Wessis, in Thüringen 15 Prozent, in Brandenburg 14 und in Sachsen und Sachsen-Anhalt immerhin noch rund 12 Prozent.

Die Vergleichsquoten von Ost-Studenten im Westen liegen dagegen meist im unteren einstelligen Bereich. Tief im Westen, im kleinen Saarland, kommt gar nur jeder Hundertste aus den östlichen Bundesländern.



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