Studienanfänger erzählen Mein hartes erstes Semester

Schule vorbei, endlich an der Uni: Verena, Philipp, Heinrich und Claudia freuten sich auf die Uni. Inzwischen haben sie das erste Semester hinter sich - mit mürrischen Professoren, mehr Stress als erwartet oder schlicht im falschen Studiengang. Ein Rückblick.

Von Antonie Rietzschel


Verena, 19, Medien- und Kulturwissenschaften, Uni Düsseldorf

"Meine Nebenfächer waren klasse, mein Hauptstudium der absolute Reinfall. Ich habe gedacht, ich studiere etwas Praktisches. Bei Medien habe ich erwartet, dass wir auch ein bisschen was Journalistisches machen würden. Fehlanzeige. Stattdessen beschäftigten wir uns zwei Wochen mit abstrakten Themen wie 'Raum und Ort'. Wir mussten extrem schwierige Texte lesen. Die waren so heftig, dass die meisten sie gar nicht mehr gelesen haben. Ich auch nicht.

Studentin Verena: Im falschen Fach

Studentin Verena: Im falschen Fach

Richtige Vorlesungen hatten wir nicht. Das waren eher Diskussionsrunden mit 70 Leuten. Da sollten wir dann über die Texte diskutieren. Das Problem ist, dass es um solche abstrakten Sachen ging, zu denen man alles Mögliche sagen kann. Die meisten sind total abgeschweift, selten gab es konstruktive Beiträge, denen, die geredet haben, ging es nur darum, sich gut darzustellen. Die Professoren haben nur was gesagt, wenn wir zu weit vom Thema abgewichen waren.

Am Anfang habe ich mich auch mal gemeldet, später gar nicht mehr. Mir war das dann einfach zu blöd, etwas zu sagen, was ich eigentlich für irrelevant halte. Um es kurz zu fassen: Ich habe mich gelangweilt.

Nach diesem ersten Semester habe ich eigentlich nur eines gelernt: dass das nicht das Richtige für mich ist. Deswegen wird es für mich kein zweites Semester geben, denn ich werde mich für Psychologie bewerben."



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