Studienanfängerinnen Erstmals die 50-Prozent-Hürde geknackt

Erstmals haben bei den Studienanfängern die Frauen die Nase vorn: Im Wintersemester schrieben sich mehr Frauen als Männer an Deutschlands Hochschulen ein. Damit setzt sich ein deutlicher Trend der letzten Jahre fort.


Auch in den deutschen Hörsälen: Frauen in der Überzahl
DPA

Auch in den deutschen Hörsälen: Frauen in der Überzahl

Die Frauen haben die 50-Prozent-Hürde genommen: Erstmals standen mit 50,4 Prozent aller Studienanfänger mehr Frauen als Männer auf den Einschreibelisten der deutschen Hochschulen. In der Gruppe der 19- bis 25-Jährigen entschlossen sich knapp 39 Prozent der Frauen für ein Studium an einer Uni oder Fachhochschule, wie das Institut der Deutschen Wirtschaft berichtet. Bei den Männern waren es in dieser Altersgruppe nur 37 Prozent.

Die Deutschen scheinen das Studium wieder für sich entdeckt zu haben: 1993 lag die Anfängerquote noch bei mageren 26 Prozent eines Altersjahrgangs, inzwischen hat sie immerhin fast 38 Prozent erreicht. Bereits vor acht Jahren überrundeten die Frauen die Männer, jedoch nur in der Gruppe der 19- bis 25-Jährigen. Bei den absoluten Zahlen der Studienanfänger hatten 1995 trotzdem noch die Männer die Nase vorn - seit dem letzten Wintersemester nicht mehr.

Neue Statistik: Frauen vorn
Deutscher Instituts-Verlag

Neue Statistik: Frauen vorn

International gesehen sind die Frauen sogar noch stärker: In den OECD-Ländern begannen 48 Prozent der Frauen der infrage kommenden Jahrgänge eine akademische Ausbildung, bei den Männern entschieden sich dafür nur 40 Prozent.

Forschung und Lehre sind in Deutschland allerdings auch heute noch fest in Männerhand: Nur jeden dritten Doktorhut und lediglich jeden neunten Professorentitel trägt eine Frau.




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