Ranking der Einstiegsgehälter Die zehn fetten Fächer

Wer nach dem Studium schnell viel verdienen will, sollte ein paar Regeln beachten - und eines dieser zehn lukrativsten Fächer studiert haben.
Abschlussfeier (Archiv): Auf sein Herz hören

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Foto: TMN

Studium fertig, Diplom in der Hand - doch das Berufsleben ist ungerecht. Zwei Absolventen haben Ingenieurwissenschaften studiert, an derselben Uni, in derselben Zeit, mit ähnlichen Praktika, mit derselben Abschlussnote. Der eine bekommt in München ein ordentliches Einstiegsgehalt, der andere geht in Schwerin mit wesentlich weniger nach Hause.

"Pauschal kann man von einem Nord-Süd- und einem Ost-West-Gefälle sprechen", sagt Kerstin Koose. Sie ist Beraterin bei der Gehaltsdatenbank Personalmarkt. Doch nicht nur unterschiedliche Regionen sind ausschlaggebend für das Einstiegsgehalt von Absolventen.

Auch die Unternehmensgröße spielt bei der Höhe des Einstiegsgehalts eine Rolle, erläutert Karriere-Coach und Buchautor Martin Wehrle. "Die Gehälter fallen umso höher aus, je größer ein Unternehmen ist." Großkonzerne zahlen etwa 15 Prozent mehr als kleine Firmen. Dies gelte aber nicht für alle Mittelständler, sagt Wehrle: "Einige Hidden Champions, die in dörflichen Regionen sitzen, locken Absolventen mit ähnlichen Gehältern wie Konzerne."

Auslandserfahrungen und Praktika können das Einstiegsgehalt ebenfalls beeinflussen. "Je mehr praktische Erfahrung ich habe, desto besser die Verhandlungsposition", sagt Wehrle. Denn alles, was ein Bewerber mitbringt, muss er nicht mehr während der Arbeitszeit lernen: "Das honorieren Firmen."

Bei Jura ist die Note entscheidend

Doch wie viel Geld Hochschulabsolventen verdienen, hängt am meisten davon ab, was sie studiert haben. "Ginge es ausschließlich nach dem Gehalt, sollte man sich für ein Studium der Ingenieurwissenschaften, Medizin oder für Naturwissenschaften entscheiden", sagt Kerstin Koose.

Juristen können ebenfalls mit hohen Einstiegsgehältern rechnen, solange sie nicht bei einer sehr kleinen Firma oder Kanzlei anfangen. Bei Jura-Absolventen sei die Note entscheidend, sagt Kolja Briedis, Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung.

"Mit einem Prädikatsexamen kann man in den Staatsdienst oder in die großen Kanzleien mit entsprechenden Karrieremöglichkeiten einsteigen." Wer mit einem durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Examen abschließt, hat diese Möglichkeit nicht. "Viele entscheiden sich dann für die Selbstständigkeit oder den Einstieg ins Unternehmen." Da entscheidet eher die Funktion als das Studium über das Einstiegsgehalt.

Kompetenzen verkaufen

Informatik und Mathematik seien ebenfalls Erfolg versprechende Studiengänge, sagt Kerstin Koose: "Der Bedarf an Informatikern ist sehr hoch und der Studienabschluss oft weniger ausschlaggebend als spezielle Programmierkenntnisse." Lohnenswert ist nach wie vor außerdem ein Doktortitel: "Promovierte verdienen in fast allen Fächern im Durchschnitt besser", sagt Kolja Briedis.

Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler müssen sich auf geringere Gehaltsaussichten einstellen. Ein Sprach- und Kulturwissenschaftler kommt auf durchschnittlich rund 33.000 Euro Einstiegsgehalt. Doch auch diese Absolventen können ihre Verhandlungsposition verbessern: "Ein Geisteswissenschaftler sollte sich nicht über sein Studienfach, sondern über seine Kompetenzen verkaufen", rät Wehrle.

Doch wer sich für ein Studium entscheidet, sollte die Gehaltsaussichten generell nicht in den Mittelpunkt seiner Studienwahl stellen. "Wer nur darauf schaut, was er wo verdienen kann, macht sich möglicherweise schon während des Studiums unglücklich", sagt Kolja Briedis. Die Inhalte könnten ihm keinen Spaß machen. Aus diesem Grund sollte man auf sein Herz hören, wenn man sich für ein Studium entscheide.

kha/dpa/Johannes Steger