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21. März 2014, 11:14 Uhr

Uni-Tipps gegen den Massenansturm

Studienstart, sommerlich entspannt

Studienstart im Sommersemester, das heißt, den Massenansturm in Ruhe abzuwarten: Eine halbe Million Erstsemester strömen jedes Jahr an die Unis, doch nur rund jeder Zehnte von ihnen beginnt sein Studium im April. Welche Vorteile hat der ungewöhnliche Einstieg? Und welche Nachteile?

Wo findet die Statistikvorlesung statt, wann ist das Prüfungsamt geöffnet, welches Salatdressing schmeckt in der Mensa am besten? Wenn im April das Sommersemester startet, sind die meisten Studenten mit dem Uni-Alltag bereits vertraut. Denn: Die Mehrheit beginnt ihr Studium zum Wintersemester.

Ungefähr eine halbe Million Erstsemester zählen deutsche Unis und Hochschulen jedes Jahr - doch nur rund jeder Zehnte beginnt sein Studium zum Sommersemester. Dabei hat der Start im April durchaus Vorteile.

"Die Wohnsituation ist im Sommer etwas entspannter, auch wenn die Bewerberzahlen für Wohnheime immer noch hoch sind", sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes. Auch die Bearbeitungszeiten für Bafög-Anträge fallen im Sommersemester etwas kürzer aus, da die Ämter nicht so überlastet sind.

Alina Klinge, 19, genoss besonders das vertrautere Verhältnis unter den Studenten. "Während im Winter in der Regel über tausend Erstsemester mit dem BWL-Studium im Münster beginnen, waren es im Sommer nur etwa 150", sagt sie. Gerade während der Orientierungswoche für Studienanfänger sei es deshalb einfacher gewesen, sich anzufreunden. Ein Gefühl von Anonymität und Massenabfertigung sei nicht aufgekommen.

Direkt nach ihrem Abitur hatte sich Alina Klinge noch nicht bereit für das Studium gefühlt. "Ich hatte einfach Lust, etwas zu erleben, bevor es richtig ernst wird", erzählt sie. Deshalb beschloss sie, sich für einen Studienplatz im Sommersemester zu bewerben - und es klappte.

Studienplätze sind auch im Sommer knapp

Allerdings braucht man auch etwas Glück: "Nur rund 20 Prozent aller Studiengänge werden überhaupt zum Sommersemester angeboten", sagt Meyer auf der Heyde. Dazu zählen Fächer wie Wirtschaft oder Jura und Mono-Bachelor-Studiengänge, die nicht mit einem zweiten Fach koordiniert werden können. Masterstudiengänge beginnen nur vereinzelt im Sommer. Die Bewerbungsfrist ist bei zulassungsbeschränkten Studiengängen meist Ende Januar - bei allen anderen ist es in der Regel Ende März.

Wer allerdings glaubt, im Sommersemester aufgrund von weniger Bewerbern leichter den Wunschstudienplatz zu ergattern, irrt sich. Das ist nur der Fall, wenn die Hochschule im Sommer im Fachbereich genauso viele Plätze im Verhältnis zur Bewerberzahl anbietet wie im Winter. Ansonsten ändert sich für Studienstarter am Numerus clausus (NC), also der Zulassungsbeschränkung, nichts.

Möglicherweise ist es im Sommer sogar schwieriger, einen Platz zu bekommen. Beispielsweise in Medizin: "Im Wintersemester 2013 fielen knapp fünf Bewerber auf einen Studienplatz in Medizin", sagt Bernhard Scheer von der bundesweiten Zulassungsplattform Hochschulstart.de. Im Sommer des gleichen Jahres hingegen waren es elf Bewerber. "Das liegt daran, dass dieser Studiengang zum Sommersemester von viel weniger Hochschulen angeboten wird", erläutert Scheer. Zum Vergleich: Während im Winter über 30 Hochschulen das Fach Medizin anbieten, sind es im Sommer gerade einmal neun. Da sei dann auch die geringere Zahl der Bewerber insgesamt irrelevant.

Alle Klausuren bestanden

Der Start im Sommersemester hat noch einen anderen Nachteil, warnt Scheer: "Studienstarter sollten überprüfen, ob Orientierungsveranstaltungen oder Mathevorkurse im Sommer überhaupt angeboten werden." Wichtig sei auch, das Veranstaltungsangebot des jeweiligen Faches genauer unter die Lupe zu nehmen. Es könne durchaus sein, dass es die Einführungsveranstaltungen nur im Wintersemester gibt. "Dann startet man unter Umständen mit den Vorlesungen des zweiten Semesters", sagt Engl. Erstsemester gehen damit das Risiko ein, im Sommer mit dem Stoff nicht hinterherzukommen und schließlich ein Fachsemester zu verlieren.

Auch Alina Klinge musste direkt mit Statistik II anfangen. Für die Studentin war das nicht immer einfach: "Manchmal haben die Professoren von Sachen geredet, von denen ich noch nie etwas gehört habe." Trotzdem hat sie alle Klausuren mitgeschrieben und bestanden. Mit ein bisschen Anstrengung sei das gut zu schaffen, findet sie. Einige ihrer Kommilitonen haben allerdings Klausuren auf das nachfolgende Semester verlegt.

In ihrem zweiten Semester belegte Klinge dann die noch ausstehenden Einführungsveranstaltungen. Und das, sagt sie, "war manchmal fast schon ein bisschen langweilig für mich".

Julia Naue/dpa/lgr

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