Nach dem Brexit Studium in England könnte für EU-Studierende teurer werden 

Der britische Bildungsminister Damian Hinds will offenbar die Gebühren für Studierende aus der EU ab dem übernächsten Jahr deutlich anheben. Eine Ausnahme bleibt.

University of Manchester (Archivbild)
REUTERS

University of Manchester (Archivbild)


Die britische Regierung plant offenbar, die Gebühren für Studierende aus EU-Staaten zu erhöhen. Das berichten unter anderem "BBC" und "Guardian", unter Berufung auf das US-amerikanische Medienunternehmen "BuzzFeed".

Demnach habe Bildungsminister Damian Hinds einen Antrag ausgearbeitet, nach dem Studierende aus der EU ab dem Semester 2021/22 genauso viel zahlen sollen wie Studierende aus Nicht-EU-Staaten. Aktuell liegen die Gebühren für britische Studierende und ihre Kommilitonen aus der EU bei rund 9.000 Pfund, internationale Studierende zahlen in England mindestens doppelt so viel.

Der Vorschlag, der noch nicht fertiggestellt sei, gelte unabhängig davon, ob Großbritannien die EU mit oder ohne Deal verlasse. Im vergangenen Jahr hatte Hinds noch angekündigt, dass Studierende aus der EU, die ab Herbst 2019 in England studierten, nicht mit höheren Gebühren rechnen müssten. Damit wollte er nach eigener Aussage für "Klarheit und Verlässlichkeit" sorgen.

In Schottland bleibt der Bachelor kostenlos

Derzeit zahlen die aktuell 135.000 Studierende aus der EU in England genauso hohe Gebühren wie ihre britischen Kommilitonen. Irische Studenten blieben laut "BuzzFeed" von der Erhöhung ausgenommen. In Schottland lernen Bachelorstudenten bisher gebührenfrei - das solle nach 2021/22 auch so bleiben. Wales habe sich noch nicht festgelegt.

"Universities UK", ein Interessenverband der Hochschulen, forderte laut "Guardian" die Regierung auf, für Klarheit zu sorgen. Die Universitäten würden mindestens 18 Monate benötigen, um mögliche Umstellungen umzusetzen, sagte ein Sprecher.

Kritisiert wurden die Pläne der Regierung unter anderem von Labour-Politikerin Angela Rayner. Mit der geplanten Anhebung der Gebühren würden die EU-Studierenden in England nicht wertgeschätzt, die Arbeit der Hochschulen nicht unterstützt. Schon seit Längerem berichten britische Hochschulen von sinkenden Bewerberzahlen aus der EU.

Ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte, die Regierung werde darüber informieren, wie die Gebührenregelung ab dem Semester 2020/21 und darüber hinaus aussehen werde.

ngo

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ichliebeeuchdochalle 30.04.2019
1.
Seit Jahren ist doch klar, daß man den Aussagen aus Britannien nicht trauen kann. Nicht nur bei der Premierministerin ist es so, daß, wie was in Zukunft angeblich gehandhabt werden soll, bereits am Tag nach einer solchen "Zusage" nicht mehr gilt. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die EU auf eine Gerichtsbarkeit des Europäischen Gerichtshofs besteht. Du kannst britischen Politikern nicht trauen.
Grummelchen321 30.04.2019
2. Warum
dort nach dem wirklichen Brexit überhaupt studieren.Der gute Ruf der alt erwürdigen Unis wird vor allem durch die dort studierenden ermöglicht.geht die Anzahl derer zurück leidet das Image.Von der finanzierung ganz zu schweigen.Alleine die forschungsgelderder EU machen einen großteil der Einnahmen aus.Spitzenforschung ohne Fördergelder ist dort dann nicht mehr möglich. https://www.tagesspiegel.de/wissen/nach-dem-eu-ausstieg-grossbritanniens-unis-fuerchten-schwere-folgen-des-brexit/13782536.html https://www.deutschlandfunk.de/britische-hochschulen-und-der-brexit-wir-kennen-die-haltung.680.de.html?dram:article_id=371086 https://europa.eu/european-union/about-eu/funding-grants_de https://www.tagesschau.de/ausland/brexit-wissenschaft-standort-101.html Für England Universitäten könnte es arg eng werden.Höhere studiengebühren sind nur ein Teil der Probleme die auf die Lehranstalten zukommen.
oifrr 30.04.2019
3.
Erasmus- Austauschstudenten mussten bisher keine Studiengebühren in GB zahlen, die waren aber auch nur 1 oder 2 Semester dort. Was soll denn mit diesen Programmen passieren, wollen britische Studenten umgekehrt in der EU denn keine Austauschsemester mehr verbringen? Was hat GB da nur losgetreten...
Grummelchen321 30.04.2019
4.
Zitat von oifrrErasmus- Austauschstudenten mussten bisher keine Studiengebühren in GB zahlen, die waren aber auch nur 1 oder 2 Semester dort. Was soll denn mit diesen Programmen passieren, wollen britische Studenten umgekehrt in der EU denn keine Austauschsemester mehr verbringen? Was hat GB da nur losgetreten...
Selbst Schuld und Dummheit wenn die Studenten nicht zur Wahl gehen und für den Verbleib stimmten.Saufen im Pub war wichtiger als ihre eigene zukunft.So überließen sie den alten die dem alten Empire nachtrauern das Feld.
Grummelchen321 30.04.2019
5. hier mal
die Zahlen nach alter.Die jungen haben es versaut: http://www.bsa.natcen.ac.uk/media/39149/bsa34_brexit_final.pdf Sie waren sich zu sicher,dass die Insel in der EU bleibt.
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