StudiVZ-Sonntagsfrage Piraten segeln einsam voran
Bei der letzten Sonntagsfrage von StudiVZ und MeinVZ haben sich die Piratenanhänger ihren Spitzenplatz zurückerklickt: Die politischen Freibeuter, die in diesem Jahr erstmals bei einer Bundestagswahl antreten, sammelten in den sozialen Netzwerken gute 35 Prozent der Stimmen. Sie verwiesen die Volksparteien CDU/CSU und SPD sowie Bündnis 90/Die Grünen mit jeweils fast identischen Ergebnissen von rund 14 bis 15 Prozent auf die Plätze zwei bis vier.
Verlierer dieser sechsten Runde sind die Unionsparteien und die FDP. Das Ergebnis der CDU/CSU brach um gute acht Prozentpunkte ein, das der Liberalen um gute drei Zähler auf 9,7 Prozent. Die SPD verlor leicht um einen Prozentpunkt, Bündnis 90/Die Grünen legten um gute vier Punkte zu. Leicht verbessern konnte sich die Linke (plus 2,1 Punkte auf jetzt neun Prozent).
Laut Wahl-Internetseite von StudiVZ und MeinVZ wählten diesmal allerdings nur 16.000 Mitglieder der sozialen Netze mit. Insgesamt beteiligten sich in den vergangenen Wochen weit über 300.000 Netzwerkmitglieder. Bestimmt wurde die Sonntagsfrage der VZs von einem merkwürdigen Auf und Ab, vor allem der Piratenpartei: Sie startete fulminant mit gut 34 Prozent, erreichte mit einem großen Sprung fast die absolute Mehrheit, fiel dann stetig bis auf 17,5 Prozent in der Vorwoche, um dann ihr Ergebnis zum Finale noch einmal zu verdoppeln.
Alle anderen Parteien dümpelten im Schatten der Piraten dahin. Lediglich der Union gelang ein Ausreißer über die 20-Prozent-Marke, der aber in der wöchentlichen VZ-Wahl ein einmaliges Ereignis blieb, ebenso wie große Hopser bei anderen Parteien.
Die Sonntagsfrage von StudiVZ und MeinVZ ist keine repräsentative Umfrage, sondern ein Stimmungsbild unter den Mitgliedern. Die sozialen Netzwerke hatten in der letzten Woche Anzeigeprobleme bei den Zwischenergebnissen im firmeneigenen Blog kommentiert, sich aber für die wöchentliche Gesamtabrechnung, die auch SPIEGEL ONLINE in den vergangenen Wochen dokumentierte, verbürgt.