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09. Februar 2014, 09:08 Uhr

Summer Schools in den USA

Elite-Student für ein paar Wochen

Einmal in Harvard oder Oxford studieren? Summer Schools sind Mini-Auslandsaufenthalte und die Chance, für kurze Zeit an berühmten Unis zu studieren. Ein Auslandssemester kann der Bildungs-Quickie jedoch nicht ersetzen - und er geht ins Geld.

Kronleuchter, buntes Kirchenfensterglas und ein hölzernes Gewölbe, wie man es aus englischen Kathedralen kennt: Nicole Schmidt, 25, war überwältigt, als sie das erste Mal im majestätischen Speisesaal der Harvard University stand.

Eigentlich ist sie Studentin in Heidelberg, aber im vergangenen Jahr durfte sie für einen Sommer die amerikanische Eliteuniversität besuchen. Zum Thema "Geoengineering" forschte die ambitionierte Akademikerin zum Klimawandel.

Summer Schools - das Konzept ist in den USA weit verbreitet. Auch in Deutschland ist es inzwischen populär. Studenten und Professoren treffen sich in den Semesterferien an einer Hochschule, um zu einem bestimmten Themenbereich zu diskutieren.

Besonders spannend ist das natürlich, wenn eine Hochschule im Ausland die Summer School für zwei bis sechs Wochen organisiert und Studenten nebenbei ein fremde Uni-Welt kennenlernen können. Neben Exkursionen im Land stehen täglich Seminare auf dem Programm.

"Ziel ist es, qualifizierte, begabte und leistungsfähige Studenten aus aller Welt mit den besten Dozenten eines Fachgebiets zusammenzubringen", sagt Prof. Gerhard Roth. Er leitet den European Campus of Excellence (ECE) - ein Programm, das internationale Sommerschulen für Studierende aus Europa organisiert.

Sommer im Seminarraum

Den Sommer über in einem Seminarraum zu hocken - das klingt erst einmal hart. Der Vorteil ist: Schnell auf den neuesten Forschungsstand zu kommen und die lockere Atmosphäre: "Plötzlich sprach ich mit Professoren, die ich sonst nur in Hausarbeiten zitiere", sagt Schmidt.

Allerdings sollte nicht allein der Ruf der Universität entscheiden: "Es geht nicht darum, um jeden Preis den Lebenslauf mit berühmten Namen aufzupeppen", sagt Kerstin Bach vom Akademischen Auslandsamt der Universität Mannheim. Namedropping ohne akademische Ambitionen könnte auch negativ ausgelegt werden.

Und Summer Schools gehen ins Geld: An Elite-Universitäten wie Harvard oder Oxford können in wenige Wochen schnell Kosten bis zu 7000 Euro anfallen. Aber auch an weniger berühmten Hochschulen müssen Teilnehmer mit einigen hundert Euro rechnen.

Finanzielle Unterstützung bekommen Studenten etwa vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Deren Promos-Programm ist speziell für Kurzaufenthalte da. Über die Vergabe der Fördergelder entscheidet die Hochschule. Wegen der Fristen und Voraussetzungen müssen sich Studenten deshalb an ihrer Universität informieren.

"Alles ist sehr durchstrukturiert - es hat etwas von einem Feriencamp mit Anspruch", sagt Bach. Wer sich für eine Summer School interessiert, sollte sich circa ein halbes Jahr im Voraus informieren. Zu Beginn eines Jahres veröffentlichen die Universitäten ihre Summer-School-Programme.

Eine Hoffnung sollten Studenten allerdings aufgeben: Ein Auslandssemester kann der Kurzaufenthalt nicht ersetzen. Das sagt auch Katharina Sewening. Mit einem "Go East"-Stipendium konnte sie den vergangenen Sommer im russischen Woronesch verbringen. Sonst studiert sie Osteuropäische Geschichte an der Universität Göttingen.

Zwar konnte sie viel aus ihrer Summer School in Woronesch mitnehmen. Ihr Auslandssemester in Moskau würde sie damit allerdings nicht vergleichen: "Es ist etwas anderes, wenn man in einem Land lebt - dort zum Bäcker geht oder sich mit den Behörden herumschlagen muss."


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Julia Naue/dpa/jon

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