Terrorangst in Blankenese Akademie der Bundeswehr bildet irakische Offiziere aus

Nachbarn der im noblen Hamburger Stadtteil Blankenese gelegenen Führungsakademie der Bundeswehr befürchten neuerdings Terroranschläge. In der Einrichtung werden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen 22 irakische Generalstabsoffiziere ausgebildet.


Hamburg-Blankenese: Nachrichtensperre verhängt
DDP

Hamburg-Blankenese: Nachrichtensperre verhängt

Hamburg - An der Führungsakademie herrscht höchste Alarmstufe, weil die Iraker als besonders gefährdet gelten. Der sonst tätige zivile Wachdienst wurde von schwerbewaffneten Militärstreifen mit scharfen Hunden abgelöst. Das Haupttor der Führungsakademie ist verschlossen. Besucher können die Anlage nur noch durch einen Nebeneingang betreten. Autos ohne besondere Legitimation werden mit Unterbodenspiegeln auf verborgene Sprengladungen überprüft.

Die Bundesregierung erfüllt mit der Ausbildung irakischer Offiziere Zusagen, die die Nato bei ihrem Gipfeltreffen im Juni vergangenen Jahres in Istanbul gemacht hatte. Auf dem Lehrplan in Hamburg steht an erster Stelle das Thema "Militär und demokratische Strukturen".

Ein offenbar schwieriger Lehrgegenstand: "Die haben natürlich eine eher islamische Vorstellung von Demokratie, und man wird sie ihnen auch nicht austreiben können", so ein Dozent. Das Verteidigungsministerium in Berlin hat eine Nachrichtensperre über das Ereignis verhängt.

Der Besuch vom Tigris ist umstritten: Die meisten der irakischen Offiziere hätten, so ein Bundeswehr-Insider, als Führungskräfte in der Saddam-Armee gedient, einige wohl auch bei den Republikanischen Garden, denen zahlreiche Verbrechen zur Last gelegt werden.



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