Titelmissbrauch Strafbefehl gegen Ausstellungsmacher von Hagens

Der wegen seines Umgangs mit Leichenteilen umstrittene Anatom Gunther von Hagens ist wegen Titelmissbrauchs mit einer Geldstrafe belegt worden. Ihm wird vorgeworfen, Schriftstücke unrechtmäßig mit "Professor" unterzeichnet zu haben.


Titel ohne Herkunftsnachweis: Körperwelten-Macher Gunther von Hagens
DDP

Titel ohne Herkunftsnachweis: Körperwelten-Macher Gunther von Hagens

Das Amtsgericht Heidelberg hat gegen Gunther von Hagens einen Strafbefehl über 144.000 Euro wegen Titelmissbrauchs erlassen. Hagens kündigte an, er akzeptiere die Strafe nicht und werde Einspruch einlegen. Das Gericht müsse deshalb eine mündliche Verhandlung ansetzen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen beantragt. Im Januar hatte die Anklagebehörde erklärt, von Hagens werde zur Last gelegt, zwischen Anfang Februar 2002 und Mitte August 2003 in fünf Fällen Schriftstücke mit "Prof." oder "Professor" Dr. Gunther von Hagens unterzeichnet zu haben, obwohl er nicht berechtigt gewesen sei, den akademischen Grad eines Professors ohne Hinweis auf dessen Herkunft zu führen.

Die Staatsanwaltschaft war auf Grund einer Anzeige der Universität Heidelberg aktiv geworden. Es sei in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, "Professor von Hagens, Heidelberg," sei Mitglied der Universität, so die Universität Heidelberg in einer Stellungnahme. "Wir haben sehr früh und entschieden deutlich gemacht, dass dies nicht der Fall ist", sagte Rektor Peter Hommelhoff.

Hagens hatte im September 2003 betont, er trage den chinesischen Professorentitel rechtmäßig. Bereits im Jahre 2001 habe das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen seine Zustimmung zur Führung seines von der Dalian Medical University verliehenen Professorentitels erteilt.



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