Tramp-Team Ungarn In Wiens Zwillingsstadt

In Budapest angekommen, fühlen sich Daniel Frick und Markus Brückner an Wien erinnert. Kein Wunder, gelten die beiden Donaumetropolen doch als Zwillingsschwestern. Peinlich wird es für Markus und Daniel aber auch noch: Sie werden beim Schwarzfahren erwischt.


Freitag, 4. Juni
Zieleinfahrt

Nach 26 Autos und fast 2.000 Kilometern Strecke erreichen wir unser Endziel Budapest. Unser letzter Fahrer Gabor fährt einen Vollautomatik-Truck, der gemütlich Richtung Hauptstadt zuckelt, so dass uns bald die Augen zufallen. Gabor schüttelt uns in Budapest wach und zeigt uns den Weg zur Innenstadt und zum Bahnhof.

Bald zurück aus Ungarn: Daniel Frick (links) und Markus Brückner
Juliane Schönherr

Bald zurück aus Ungarn: Daniel Frick (links) und Markus Brückner

Wir erinnern uns an Wien und einen unserer ersten Fahrer - Markus. Er hatte Budapest als die Zwillingsstadt von Wien bezeichnet. Eine Gemeinsamkeit ist, dass beide Städte behaupten, die älteste U-Bahn der Welt zu haben. Grund genug, die Budapester Metro mal zu testen - das ganze selbstverständlich ohne zu bezahlen.

"Die U-Bahn in Wien ist zwar die älteste, aber streng genommen gar keine richtige U-Bahn", hatte Markus vor wenigen Tagen erklärt. Der Grund: Sie verläuft lediglich in einem abgesenkten Flussbett unterhalb der Straßenebene, sie ist aber nicht abgedeckt. Die Budapester U-Bahn wurde nach einem ähnlichen Prinzip gebaut, hat aber im Gegensatz zu Wien einen Betondeckel.

Als Lokalpatrioten müssen wir an dieser Stelle allerdings erwähnen, dass auch Berlin am Wettstreit um die älteste U-Bahn der Welt teilnimmt. In Berlin wurde zum ersten Mal eine unterirdische Bohrtechnik angewandt, was einen neuen Standard für den U-Bahn-Bau setzte.

Unsere Budapester Metro rumpelt in den nächsten Bahnhof ein und - Strafe muss sein: "Die Fahrkarten bitte!" Der freundliche Kontrolleur nimmt uns unser Taschengeld ab, als "Nachlösegebühr". 2.000 Forint pro Person, rund 10 Euro. Selbst Schuld.

Zita lacht: "Ihr seid doch Touristen, und die gehen doch immer vorbei an den Kontrolleuren." Die Jurastudentin aus Budapest ist heute unsere Gastgeberin. Das besondere an ihr: Sie stammt aus Debrecen im Osten Ungarns und ist wie 80 Prozent der dortigen Einwohner protestantisch. Zum Vergleich: In ganz Ungarn sind 70 Prozent katholisch, aber nur sechs Prozent Protestanten. Sie gehört also einer "Minderheit" an. Das sei aber überhaupt kein Problem in Ungarn: "Bei uns ist das nicht wie in Polen. Wir interessieren uns nicht so sehr für Religion", meint zumindest Zita. Die letzten Tage stecken uns in den Knochen. Zita merkt das und entlässt uns ins Bett.

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