Trampen durch Osteuropa Kampf den Klischees

Von Felix Hügel

6. Teil: Team Bulgarien - Soziales Netzwerk Sofia


Team Bulgarien: Caroline und Thielko

Und was sagen Sie zu Ihrer Stadt: Caroline fängt Stimmen in Sofia ein

Und was sagen Sie zu Ihrer Stadt: Caroline fängt Stimmen in Sofia ein

"Viele Leute in Sofia fragen uns, wie wir ihre Stadt empfinden, wie wir uns hier fühlen. Dabei machen sie ein Gesicht, das wir am Anfang kaum einordnen können. Unsere Gastgeber und Gesprächspartner schauen häufig zweifelnd, skeptisch, ganz so, als fürchteten sie die Antwort.

Keiner unserer Gesprächspartner sagt voller Überzeugung: Ich komme aus Sofia - und ich mag meine Stadt. Zu laut, zu dreckig, vielleicht zu voll und zu widerspruchsvoll, so muss es wohl sein, das matte Image, das viele Hauptstädter selbst von ihrer Umgebung haben.

Uns gefällt Sofia, auch wenn die Stadt anstrengend ist: unheimlich geschäftig, total unruhig. Es gibt keine Fußgängerzone, kaum Cafés auf der Straße, es ist dicht, eng und über-urban. Und für uns ist Sofia wie ein reales Facebook oder StudiVZ, unser Tramp-Trip erbaut uns ein soziales Netzwerk im echten Leben. Durch Zufälle, Telefonate und wirkliche Freundschaften wird es jeden Tag ein Stück verzweigter.

Unser bulgarischer Begleiter Ivo ist zum Beispiel der Freund einer Bekannten einer Bekannten einer Bekannten aus Leipzig und führt uns zwei Tage lang durch die Straßen Sofias. Mit seiner Stadt- und Menschenkenntnis öffnet er uns Türen und verschafft uns Kontakte. 'Möchtest du sie oder ihn als Freund hinzufügen?', fragt bei Facebook eine penetrante Schaltfläche. Ein Klick dort genügt, hier in Sofia reicht oft schon ein Handschlag."



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