Tschüß, Uni Absolventenrekord mit Ansage

Fast 290.000 Studenten schafften 2007 ihren Abschluss - so viele Absolventen verzeichneten die deutschen Hochschulen noch nie. Es liegt am Erstsemester-Rekord einige Jahre zuvor, nicht am neuen Tempo oder Ehrgeiz der Studenten. Nun kommen die Bachelor-Absolventen.


Seit 2002 ist die Zahl der Hochschulabsolventen in Deutschland stetig gestiegen. Und noch nie haben in Deutschland so viele Menschen ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium erfolgreich abgeschlossen wie im Prüfungsjahr 2007. Insgesamt schafften acht Prozent mehr Studenten ihren Abschluss als im Vorjahr, meldete das Statistische Bundesamt am Mittwoch. 286.400 frisch gebackene Akademiker freuten sich über Magister- oder Diplomtitel, Bachelor- oder Masterabschlüsse, Promotionen.

Absolventen (in Bonn): Neuer Spitzenwert 2007
DPA

Absolventen (in Bonn): Neuer Spitzenwert 2007

Das hat nicht etwa damit zu tun, dass Studenten jetzt vor den Studiengebühren Reißaus nehmen und ihr Studium möglichst schnell beenden. Die Erklärung ist simpler, wie ein Blick auf die Studienanfänger-Statistik zeigt: Der jetzt ermittelten höchsten Zahl der Absolventen steht die höchste Zahl der Studienanfänger aus dem Wintersemester 2003/2004 gegenüber. Damals nahmen 316.765 jungen Menschen ein Studium auf. Die ersten dieses starken Erstsemesterjahrgangs schließen jetzt ab und treiben die aktuelle Absolventenzahl auf ihr Allzeithoch.

Da die jährlich ermittelte Zahl der Erstsemester seitdem gesunken ist, dürfte auch die Absolventenzahl in den kommenden Jahren fallen. Erst 2007 kletterte die Zahl der neu eingeschriebenen Studenten wieder leicht auf 359.000 - doch der von den Kultusministern erwartete große Run geburtenstarker Jahrgänge auf die Hochschulen blieb bisher aus.

Auch die alten Abschlüsse legten nochmal zu

Der Anteil von Bachelor und Master an allen Abschlüssen liegt bei nur 13 Prozent, stieg aber stark an. 43 Prozent mehr verzeichneten die Wiesbadener Statistiker für die neuen Abschlüsse. Klarer Grund: Zunächst stellten die Hochschulen nur zögerlich auf die neuen gestuften Studiengänge um, dann mit Nachdruck - und nun kommen die Absolventen allmählich im Berufsleben an. Bis 2010 sollen Bachelor und Master im Zuge der Bologna-Reform flächendeckend umgesetzt sein.

Zuwachs gab es aber auch bei den traditionellen Abschlussarten: 112.600 Studenten machten 2007 das Diplom, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Stärker nahm die Absolventenzahl bei den Lehramtsstudenten zu: 28.900 Lehramtsanwärter, ein Plus von neun Prozent. Die Zahl der FH-Abschlüsse legte eicht um zwei Prozent zu. Der Anteil dieser drei Abschlussarten an der Gesamtzahl liegt bei 79 Prozent, hinzu kommen neben Bachelor und Master auch acht Prozent Promotionen an deutschen Hochschulen.

Bereits zum zweiten Mal nach 2006 brachten mehr Frauen als Männer ihr Studium mit Erfolg zu Ende. Die Diskrepanz der Geschlechter in bestimmten Fächern und Hochschultypen bleibt erhalten: An Fachhochschulen machten deutlich mehr Männer als Frauen ihren Abschluss, 47.200 zu 36.300. Beim Lehramt ist das Verhältnis traditionell umgekehrt. 21.900 Studentinnen beendeten dieses Studium erfolgreich, ihnen gegenüber standen nur 7000 männliche Absolventen.

cht/dpa/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.