Uni-Bibliotheken Wie am Pool von Mallorca

Von Kathrin Breer

3. Teil: Willkommen in der Homezone!


Lesesaal im Grimm-Zentrum Berlin: Kein Arbeitsplatz ohne Aufenthaltsgenehmigung.
Stefan Müller

Lesesaal im Grimm-Zentrum Berlin: Kein Arbeitsplatz ohne Aufenthaltsgenehmigung.

Die Besucherströme sollen in die gewünschte Richtung fließen. Das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum in Berlin beherbergt die Zentralbibliothek der Humboldt-Universität. Drei Etagen der Leseterrassen hat die Verwaltung zur "Homezone" erklärt. Hier dürfen nur HU-Studenten lernen.

Alle anderen Besucher müssen auf die übrigen Etagen ausweichen. Damit sich kein Drittbenutzer in die reservierten Tischreihen schleicht, müssen die Humboldtianer ihren Ausweis deutlich sichtbar auf dem Tisch platzieren. Das wird auch kontrolliert - durch den Wachdienst.

"Die Maßnahme ist auf viel Unverständnis bei den Benutzern gestoßen", sagt Katharina Tollkühn, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek. Eingeführt wurde die Homezone, als das Hauptmagazin der nahe gelegenen Staatsbibliothek vorübergehend geschlossen wurde. Viele Nutzer wichen ins Grimm-Zentrum aus und machten den Studenten die ohnehin knappen Plätze streitig.

Die Humboldt-Uni hat ein Herz für Studenten, die ohne Bibliotheksarbeitsplatz schlecht lernen können und Schwierigkeiten hatten, ihre Hausarbeiten rechtzeitig abzugeben oder sich auf Prüfungen vorzubereiten. Termine wurden wegen des Platzmangels sogar verschoben.

Jetzt braucht man eine Aufenthaltsgenehmigung; externe Nutzer müssen Platz machen. "Natürlich wollen wir eine Anlaufstelle für alle interessierten Leser sein, aber wir müssen eben auch an unsere eigentliche Zielgruppe, die Studenten, denken", so Tollkühn.

Aus Uni-Sicht geht das Konzept auf. Die Homezone-Regelung, zunächst als Übergangslösung geplant, bleibt vorerst. Im zweiten bis vierten Obergeschoss des Grimm-Zentrums gilt für Externe weiter: "Wir müssen leider draußen bleiben."

insgesamt 7 Beiträge
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README.TXT 04.01.2011
1. In der Bib habe ich es nie lange ausgehalten
Ich fand das immer grässlich, wie man dort arbeiten konnte werde ich nie verstehen. Bücher dort leihen/kopieren ok aber tagelanges Arbeiten? Für mich undenkbar.
Zanilla 04.01.2011
2. .
Zitat von README.TXTIch fand das immer grässlich, wie man dort arbeiten konnte werde ich nie verstehen. Bücher dort leihen/kopieren ok aber tagelanges Arbeiten? Für mich undenkbar.
Es war auch grässlich. Aber ich bin trotzdem immer gegangen, um meine Diplomarbeit dort zu schreiben. Grund: dort MUSSTE man was tun. Daheim war man zu sehr abgelenkt mit Dingen, die Spass machten ;)
Burkhard58 04.01.2011
3. Man könnte dort auch gleich Betten aufstellen
Wieder mal das Loblied auf die "24-Stunden-Bbliothek". Von natürlichem Lebensrythmus keine Spur. Demnächst also, hat die Bibliothek Ruheräume. Warum nicht gleich Betten aufstellen und auch Essbereiche und Duschräume einrichten?
HerrDerSchatten, 04.01.2011
4. re
Zitat von Burkhard58Wieder mal das Loblied auf die "24-Stunden-Bbliothek". Von natürlichem Lebensrythmus keine Spur. Demnächst also, hat die Bibliothek Ruheräume. Warum nicht gleich Betten aufstellen und auch Essbereiche und Duschräume einrichten?
Das kleine Problem ist, dass viele Studenten keinen normalen Tagesrythmus haben, z. B. wegen Arbeit oder absonderlichen Zeiten für die Kurse. Also finde ich es sinnvoll, dass die Bibos sich anpassen. Wa mich eher nervt ist dieses alte "Bibos müssen ganz ruhig sein"-Klischee, es wäre manchmal besser halblaute Arbeitsräume zu schaffen.
Nania 04.01.2011
5. 24h-Bibliotheken
Die Öffnungszeiten von den Hauptbibliotheken vienler Unis sind schon sehr lange. Ich kann nicht verstehen, dass es angebliche Studenten geben soll, die nachts um 2 Uhr meinen, lernen zu müssen. Ich arbeite selbst als HiWi in einer Institutsbibliothek, die auch Lern- und Gruppenlernräume/plätze anbietet. Wir öffnen morgens um halb neun und schließen abends um halb acht. Fünf Tage die Woche - keine Mittagspause. Die meisten anderen Bibliotheken haben hingegen jeden Tag andere Öffnungszeiten, manchmal schließen sie aus Gründen schon zwei Stunden früher. Dennoch darf ich mir manchmal anhören, warum wir denn so früh schließen... Das wir natürlich auch arbeiten müssen, während die anderern lernen "können" scheint dort niemanden zu interessieren - und wir sind schließlich auch Studenten. Ich kann durchaus verstehen, dass man sich lieber in andere Räume zurückzieht, als in den eigenen vier Wände um zu lernen (ich gehöre allerdings nicht dazu). Allerdings ist es mir ein Rätsel - und das wirklich - wieso Leute tag täglich zehn Stunden in der Bibliothek sind. Im letzten Jahr musste ich Dienstags sowohl Morgens, als auch Abends arbeiten. Da sind Leute, die sind mit mir morgens angekommen und abends mit mir gegangen. Ob die da die ganze Zeit lernen kann ich nicht sagen. Ich weiß auch, dass es durchaus Studiengänge mit sehr unterschiedlichem Lernaufwand gibt - und unterschiedlichen Anforderungen. Aber meiner Meinung nach muss kein normaler Student jeden Tag 10h in einer Bibliothek zu bringen. Bibliotheken sollten allerdings in JEDEM Falle gegen Studenten vorgehen, die Bücher "hamstern", "verstecken" und Wochen lang für sich behalten. Extrem nervig ist es auch, wenn Studenten Plätze besetzten, aber dann tatsächlich gar nicht da sind.
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