Uni-Chaos 2011 Die letzte Reserve - Junge Küken und alte Hasen als Dozenten

Mathe-"Lecturer": Wie ging das noch gleich?
Corbis

Mathe-"Lecturer": Wie ging das noch gleich?


Mindestens genau so wichtig wie ein Stuhl und ein Tischchen ist für Studenten, dass da vorne im Hörsaal auch wirklich jemand steht, der etwas erzählt. In ihrer Not machen die Unis nun junge Wissenschaftler zu Juniorprofessoren oder setzen auf befristet angestellte "Lecturers".

Häufig sind das Doktoranden oder Postdoktoranden, deren Lehrpensum auf 12 bis 16 Stunden pro Woche erhöht wird. Manche Unis versuchen auch, bei außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie den Max-Planck-Instituten oder den Helmholtz-Zentren Wissenschaftler für den Unterricht auszuleihen. Den Forschern wird das als Pluspunkt für ihren Lebenslauf verkauft, den Studenten als erhöhter Praxisbezug. Die Phantasie bei der Lehrkraftrekrutierung kennt beinahe keine Grenzen: Der bayerische Philologenverband schlägt vor, Gymnasiallehrer an die Uni zu holen.

Und auch der angegrauten Eminenzen, die sich nach absolvierter Universitätskarriere ins private Studierkämmerlein zurückgezogen haben, versucht man angesichts der Personalknappheit wieder habhaft zu werden. Die meisten emeritierten Profs muss man dazu nicht groß überreden. Etwa die Hälfte der Emeriti hat ohnehin nie aufgehört zu lehren.

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