Uni-Chaos 2011 Zelte, Kinos, Kirchen - Bitte nehmen Sie hier Platz, wir haben sonst keinen

Kichengebäude: Studieren auf harten Bänken
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Kichengebäude: Studieren auf harten Bänken


Die Unis wollen der Raumnot kreativ begegnen. Damit ist nicht gemeint, das akademische Viertel vor der Vorlesung für die Vergabe der knappen Hörsaal-Sitzplätze per Reise nach Jerusalem zu nutzen. Aber ein wenig improvisiert wirken die Strategien der Unis schon, mit denen sie akut Platz schaffen wollen.

So hörten einige der Studenten der Universität Paderborn im letzten Wintersemester in großen Zelten ihre Vorlesungen. In der Zwischenzeit baute die Hochschule einen ehemaligen Baumarkt zum Seminargebäude um. Bis zum Semesterstart soll noch ein neues Hörsaalgebäude fertig werden.

Auch wenn Theologie nicht zum Fächerkanon der Universität Kassel gehört, gehen dort derzeit viele Studenten unabhängig von ihrer Konfession regelmäßig zur Kirche. Die evangelische Auferstehungskirche dient dort behelfsmäßig als Vorlesungssaal.

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Massen-Uni? Muss nicht: Strategien gegen die Studentenwelle
Schon am Vormittag ins Kino? Das könnte für die Studenten der RWTH Aachen schon bald Realität werden. Allerdings wird auf der Leinwand nicht "Harry Potter 7.2" laufen, sondern höchstens die Powerpoint-Präsentation des Dozenten. Da die Aachener Hochschule in den kommenden Jahren mit 7000 zusätzlichen Studierenden rechnet, verhandelt sie derzeit mit Kinobesitzern, um in deren Sälen Vorlesungen abhalten zu können. Und die TU Braunschweig legt vermehrt Veranstaltungen in die Abendstunden und auf Samstage. Bei Bedarf will auch sie Kinosäle anmieten und für Prüfungen die Stadthalle nutzen.

Die TU München hat vor allem auf ihrem Campus in Garching Platzprobleme. Im Moment entstehen dort zwei Interimshörsäle in Holzbauweise, bis zum Wintersemester sollen sie fertig sein. Zudem will die Uni bis zum Herbst mindestens 8000 Quadratmeter Räume hinzumieten.

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