Uni Münster Labormäuse gequält - Strafanzeige gegen Mitarbeiter

"Erhebliche Schmerzen und Leiden der Tiere": Die Stadt Münster hat Strafanzeige gegen drei Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät gestellt. Sie sollen Labormäuse illegal gehalten und gequält haben.

Labormaus
imago / Westend61

Labormaus


Mitarbeiter der Universität Münster sollen Labormäuse für die Forschung gequält haben. Nach dem Fund von Dutzenden illegal gehaltenen Versuchstieren hat die Stadt nun Strafanzeige gegen drei Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät gestellt.

Die Veterinärbehörde geht laut einer Mitteilung vom Dienstag davon aus, dass es bei den illegalen Tierversuchen erhebliche Verstöße gegen den Tierschutz gegeben habe. Sie schaltete die Staatsanwaltschaft ein.

Nach Angaben der Stadt sieht das Gesetz bei Verstößen gegen den Tierschutz Geldstrafen oder Freiheitsentzug bis zu drei Jahren vor.

Die Veterinärbehörde stellte laut Mitteilung bei etlichen Mäusen "eindeutige Symptome fest, die auf länger anhaltende, erhebliche Schmerzen und Leiden der Tiere hinwiesen". Nach Einschätzung der Stadt hätten die Verantwortlichen diese Schmerzen und Leiden erkennen und beenden müssen. Auch sei ein nicht genehmigter chirurgischer Eingriff an einem Tier festgestellt worden. Den Beschuldigten wurde jetzt der Zutritt zu dem Raum entzogen.

Die Uni war nach einem anonymen Hinweis am 20. Juni auf eine nicht genehmigte Anlage mit den Versuchsmäusen gestoßen. Sechs von 77 Tieren mussten wegen ihres schlechten Zustands getötet werden. Uni-Rektor Johannes Wessels hatte nach dem Fund gesagt, er sei entsetzt über diesen Vertrauensbruch und über das Verhalten der Mitarbeiter. Die Universität fühle sich einem verantwortungsvollen Umgang mit Tierexperimenten verpflichtet.

Nach Auskunft der Pressestelle gibt es an der Westfälischen Wilhelms-Universität eine genehmigte Haltung von Versuchsmäusen, die sich aber in anderen Räumlichkeiten befinde.

sun/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.