Uni-Ranking Bayern glänzt in der Forschung

Im Süden Deutschlands gedeiht Forschung besonders prächtig. Bei einem neuen Ranking räumten die TU und die LMU München die beiden Spitzenplätze ab, neun weiteren Universitäten wurden im bundesweiten Vergleich ebenfalls starke Leistungen attestiert.


Ganz vorn die Technische Universität, knapp dahinter die Ludwig-Maximilians-Universität - für gleich beide großen Münchner Hochschulen ist heute ein Festtag. Bei einem Vergleich der Forschungsleistungen deutscher Hochschulen stellen sie die Doppelspitze, gefolgt von Bonn, Heidelberg und Karlsruhe. In die Top Ten schafften es auch zwei der drei Hauptstadt-Unis, nämlich die Humboldt-Universität und die FU. Ebenfalls zur Elfer-Spitzengruppe zählen die Universitäten in Freiburg, Aachen, Frankfurt und Tübingen.

CHE-Ranking: Spitzengruppe mit elf Unis
CHE

CHE-Ranking: Spitzengruppe mit elf Unis

Beim Ranking hat das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), eine gemeinsame Einrichtung der Hochschulrektorenkonferenz und der Bertelsmann-Stiftung, zum dritten Mal die Forschungsleistungen einzelner Fakultäten unter die Lupe genommen. "Seit dem ersten Erscheinen des Rankings zeigt sich eine gewisse Konstanz. In der Gruppe der besonders forschungsaktiven Hochschulen finden sich Jahr für Jahr weitestgehend dieselben Universitäten", sagte CHE-Leiter Detlef Müller-Böling bei der Präsentation der Zahlen.

Nach Einschätzung des CHE betreiben nur wenige deutsche Universitäten in mehreren Fächern gleichzeitig sehr gute Forschung. Die wichtigsten Bewertungskriterien waren die eingeworbenen Drittmittel sowie die Zahl der Promotionen, Veröffentlichungen und Patentanmeldungen. Als Zusatzinformation wurden Professoren auch nach dem Renommee der untersuchten Fakultäten befragt. Neben technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen kamen zum Beispiel auch BWL, VWL und Geisteswissenschaften wie Anglistik, Geschichte oder Soziologie in die Wertung.

Starkes Gefälle zwischen den Unis

Das CHE teilte die untersuchten Fakultäten in jeder Disziplin in drei Leistungsgruppen ein und zählte für das Uni-Gesamtranking den Anteil der Platzierungen in der Gruppe forschungsstarker Fakultäten aus. Dabei schnitt die TU München am besten ab. Ob Maschinenbau, Chemie, Physik oder Elektro- und Informationstechnik - stets waren die TU-Fakultäten vorn dabei, nur in der Biologie nicht. Fast ebenso stark präsentierten sich die LMU München, Heidelberg und Bonn. Alle der elf Top-Universitäten erreichten einen Anteil von mindestens 50 Prozent forschungsstarker Fakultäten.

TU München: Forsch in der Forschung
AP

TU München: Forsch in der Forschung

58 deutsche Universitäten untersuchte das CHE insgesamt. 11 bildeten die Spitzengruppe, 30 konnten sich zumindest über eine Fakultät unter den forschungsstarken freuen. Dagegen schafften 17 Universitäten keine einzige Top-Platzierung - obwohl sechs von ihnen sogar mit zehn oder mehr Fächern am Ranking beteiligt sind.

Um Verzerrungen zu vermeiden, bezog das CHE ausschließlich Hochschulen mit mindestens fünf untersuchten Fakultäten in das Gesamtranking ein. Unter den kleineren Hochschulen gab es aber ebenfalls starke Auftritte, im Fach BWL etwa von der Uni Hohenheim, der privaten Universität Witten/Herdecke und der WHU in Koblenz.



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