Uni-Sport Nach der Vorlesung zum Zazen

Einfach nur sitzen - das bedeutet das japanische Wort Zazen. An der Uni Bremen wurde daraus ein Sportkurs, bei denen Studenten innere Ruhe entwickeln und so auch ihre Prüfungsangst in den Griff bekommen sollen.


Badminton spielen, ins Kino gehen, lesen - das sind alles tolle Freizeitbeschäftigungen. Aber mal ehrlich: Eindruck schinden kann man mit ihnen nicht. Anders ist es mit einem Sportkurs, der an der Bremer Uni angeboten wird: Zazen.

Übersetzt bedeutet dieses japanische Wort "einfach sitzen". Das klingt nicht nur schön, es kann auch dabei helfen, Angst zu verlieren - vor der nächsten Prüfung, dem Gespräch mit Professoren oder einfach vor Überforderung. Zazen ist eine Konzentrationsübung, die aus der Tradition des Zen-Buddhismus stammt. "Mir hilft sie, innere Ruhe zu entwickeln", sagt Kursleiter Volker Körte, 32. Früher hätten sie hauptsächlich Samurai betrieben, die ihre Angst vor dem Tod bekämpfen wollten. Der Lehramtsstudent kam auf die Idee, Zazen als Hochschulsport anzubieten. Einmal pro Woche unterrichtet er seine Mitstudenten im Aikido-Zentrum.

Der Kurs beginnt stets mit einer Teezeremonie. "Das ist ein guter Anfang, weil man ruhiger wird und sich auf die Meditation einstimmen kann", sagt Körte. Es folgen zweimal 25 Minuten Zazen, in denen die Kursteilnehmer sich in Meditationshaltung auf den Boden setzen und versuchen, ihren Geist zu beobachten. Um die Konzentration zu halten, widmen sie sich ganz ihrer Atmung. Zwischendurch macht Körte mit ihnen eine Gehmeditation namens Kinhin. Den Kurs bietet er auch in den Semesterferien an.



© UniSPIEGEL 1/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.