Uni Stanford Hacker müssen draußen bleiben

An mehreren amerikanischen Elite-Unis knackten Bewerber die Datenbanken und schauten nach, ob sie zugelassen werden. Ihre Neugier brachte sie um alle Chancen: Nach Harvard und dem MIT lehnte jetzt auch Stanford 41 Hacker ab.

Die Plätze renommierter US-Unis sind hart umkämpft, wochenlang schwanken die Bewerber zwischen Hoffen und Bangen. Hunderte von Bewerbern an großen Business Schools waren zu ungeduldig: Sie informierten sich auf eigene Faust zu früh über ihre Chancen, indem sie sich Zutritt zu den Computersystemen verschafften - und schossen sich so aus dem Rennen.

Die Universität Harvard setzte sofort auf die harte Linie und lehnte 119 Studienbewerber ab, die sich ohne Genehmigung auf internen Webseiten tummelten. Auch das Massachusetts Institue of Technology (MIT) schloss 32 Kandidaten aus. Und nun erwischte es Studienbewerber in Stanford.

Dort ließ sich die Business School etwas mehr Zeit. 41 von insgesamt 4600 Bewerbern hatten die Datenbank geknackt und bekamen die Chance, ihre Gründe zu erklären. Die Hochschule zeigte sich davon allerdings wenig beeindruckt: "Am Ende haben wir keine Geschichten gehört, die ergreifend genug waren, um das Eindringen aufzuwiegen", sagte Robert Joss, Dekan der Business School.

Bedienungsanleitung im Web

Stanford, Harvard, das MIT sowie etliche andere Hochschulen wie Duke, Dartsmouth oder Carnegie Mellon nutzen allesamt "ApplyYourself", ein Online-System, mit dem die Unis die Kandidaten über ihren Bewerbungsstatus informieren. Auf die Nachricht über Zulassung oder Ablehnung muss man allerdings eine ganze Weile warten. Anfang März stellte ein anonymer Hacker eine Bedienungsanleitung in ein Internetforum der Zeitschrift "Business Week" und verriet, wie man das System knacken kann.

Bis die Tipps nach etwa zehn Stunden von der Seite entfernt wurden, machten Bewerber davon rege Gebrauch. Und so schwer war es offenbar nicht: Nach dem Einloggen konnten die Bewerber auf der Hochschul-Seite ihren Identifikationsnummern im Quellcode finden und in eine andere URL eintragen; auf einer weiteren Seite gab es dann den aktuellen Stand der Zulassungsentscheidung. Manche Bewerber sahen Ablehnungsbriefe, andere nur leere Seiten.

Echten Schaden haben die Kandidaten also nicht angerichtet, keine Daten verändert oder Seiten zerstört. Sie linsten nur zu früh auf die Bewerberseiten und fanden zumeist nicht einmal die Informationen, die sie suchten. Und dennoch müssen die Bewerber draußen bleiben, weil die Hochschulen den Vertrauensbruch streng bestraften. Die Zulassungschancen an den noblen Business Schools sind allerdings ohnehin gering: In Stanford etwa werden nur rund 400 der 4600 Bewerber angenommen.

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