Fast wie echt Hologramm-Professor hält Vorlesung

Die Universität Hawaii hat einen ihrer Dozenten in ein dreidimensionales Hologramm verwandelt - und weit entfernt auftreten lassen. Nötig war dafür ein 15.000 Kilometer langes Unterwasserkabel.

Ein bisschen gruselig, aber doch eine richtige Uni-Veranstaltung: So sieht die Hologramm-Vorlesung mit Uni-Präsident (li.) und Professor aus
hawaikicable/ Twitter

Ein bisschen gruselig, aber doch eine richtige Uni-Veranstaltung: So sieht die Hologramm-Vorlesung mit Uni-Präsident (li.) und Professor aus


Wenn Umweltwissenschaftler Chris Shuler an der Universität Hawaii in Honolulu seine Vorlesung zur Umweltverschmutzung auf den Samoa-Inseln hält, können auch Studierende auf der fast 4000 Kilometer entfernten Inselgruppe zuhören. Denn Shuler erscheint im Community College von Amerikanisch Samoa als dreidimensionales Hologramm - ein neues Konzept der Uni, um Lehrinhalte zu virtualisieren.

Die erste offizielle Vorlesung auf dem sogenannten HoloCampus hat in dieser Woche stattgefunden - inklusive Begrüßung durch den hawaiianischen Uni-Präsidenten David Lassner. "Die Arbeit, die wir seit Januar leisten, hat heute Früchte getragen", erklärte Lassner Medienberichten zufolge.

Das Programm auf dem HoloCampus soll den Studierenden in Amerikanisch Samoa die Möglichkeit geben, Leistungspunkte an der Uni Hawaii zu sammeln, ohne dort persönlich anwesend sein zu müssen.

Hochschul-Präsident Lassner hofft, dass das Projekt neue Wege für die Zusammenarbeit verschiedener Universitäten aufzeigt - nicht nur in der Pazifikregion, sondern auch weltweilt.

Videobericht des "Honolulu Star Advertiser"

Um das Projekt verwirklichen zu können, war allerdings erheblicher technischer Aufwand nötig: Im Vorfeld wurde ein knapp 15.000 Kilometer langes Unterwasserkabel verlegt.

ddo/AP



insgesamt 6 Beiträge
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Elrohir MacBeorn 28.08.2019
1. weder Hologramm noch 3D
bei den neuerdings auftauchenden Darsteller"Hologrammen" auf Bühnen handelt es sich um eine 2D Projektion, mit einer nicht sichtbaren Leinwand. das hat nichts mit den echten Hologrammen zu tun, die das Lichtwellenfeld rekonstruieren, so dass das Objekt tatsächlich in 3d erscheint und von verschiedenen Seiten betrachtet werden kann.
AxelSchudak 28.08.2019
2.
Es bleiben doch einige Fragen offen: Das Unterwasserkabel wurde also nur für die Vorlesung verlegt? Wieso ist zum Anschluss einer 4000km entfernten Insel ein 15000km langes Kabel notwendig? Das kann man nachrecherchieren. In einem Spiegel-Artikel hätte ich mir sowas aber ggf. vom Autoren gewünscht.
demwz 28.08.2019
3. Kanonen und Spatzen
Als ob man dafür ein Hologramm benötigen würde. Wie bei VR Brillen wird die Anwendung sich auf Unterhaltung beschränken. Sobald Schulen und Universitäten kapieren, dass man nicht hunderte Professoren und Lehrer benötigt, die mehr oder weniger talentiert versuchen den gleichen Sachverhalt zu erklären, sondern man stattdessen lieber einmal eine hochwertige Aufzeichnung erstellen kann, wird es ein einfacher Beamer auch tun. Hologramme braucht keiner.
ElkeOspert 28.08.2019
4.
"Um das Projekt verwirklichen zu können, war allerdings erheblicher technischer Aufwand nötig: Im Vorfeld wurde ein knapp 15.000 Kilometer langes Unterwasserkabel verlegt" Dieses Kabel mit dem schönem Namen "Hawaiki" wurde zwar verwendet - aber nicht deswegen verlegt. Die Live-Übertragung von 3D-Hologrammen über Internet ist auch keine neue Technologie. Das das auch mit Professoren klappt die gerade eine Vorlesung halten ist eigentlich keine Meldung wert.
m82arcel 28.08.2019
5.
Ich habe auch schon CP für Vorlesungen an einer anderen Uni bekommen - ohne Hologramme oder extra hierfür verlegte Kabel, sondern einfach per Video-Vorlesung. Und das in Deutschland. Nichts gegen die Technik ansich, aber die Begründung für den Einsatz finde ich schon ein bisschen an den Haaren herbeigezogen.
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