Universität Kapstadt Studenten protestieren gegen Kolonialisten-Statue

Streit an der Uni Kapstadt: Studenten fordern, dass eine kolonialistische Statue entfernt wird. Im Netz haben sie eine "Rhodes muss weg"-Kampagne gestartet. Auf dem Campus fällt der Protest wesentlich drastischer aus.

Da sitzt er auf dem Campus und denkt: Statue des britischen Kolonialisten Cecil John Rhodes
AP

Da sitzt er auf dem Campus und denkt: Statue des britischen Kolonialisten Cecil John Rhodes


An der Uni Kapstadt, einer der führenden afrikanischen Universitäten, setzen sich Studenten dafür ein, dass die Statue des britischen Kolonialisten Cecil John Rhodes vom Campus verschwindet. Der 1902 verstorbene Rhodes stehe für die "weiße Arroganz" der Vergangenheit.

In den vergangenen Wochen hatte es deshalb Demonstrationen und eine Internet-Kampagne unter dem Motto "Rhodes muss weg" gegeben. Einer der Studenten beschmierte das Standbild sogar mit menschlichen Exkrementen und stellte Bilder der Aktion ins Netz. Anschließend wurde die Statue mit schwarzen Müllsäcken verhüllt.

Der 1853 geborene Cecil John Rhodes bezeichnete die Briten als "erste Rasse der Welt". Der Unternehmer war in Afrika als Landaufkäufer für Großbritannien unterwegs. Nach ihm wurde Rhodesien (heute: Simbabwe) benannt. Rhodes betrieb zudem mehrere Minen und war zeitweise Premierminister der Kap-Kolonie. Er war es auch, der die Grundstücke, auf denen die Universität Kapstadt errichtet wurde, spendete. Seit 1934 steht deshalb sein Denkmal auf dem Campus.

"Wessen Erbe wird hier eigentlich gepflegt?"

Dass es dort weiter zu sehen ist, liege am "eurozentristischen" Denken und Handeln der Universitätsleitung, sagte Studentenvertreter Ramabina Mahapa zu den Protesten: "Wir, als schwarze und afrikanische Studenten, müssen uns mit der Einrichtung identifizieren können. Aber die Frage ist doch: Wessen Erbe wird hier eigentlich gepflegt?"

Die Universität respektiere "unterschiedliche Ansichten" über die Statue, teilte die Hochschule in einer Erklärung zu den Protesten mit. Es sei klar, dass "Rhodes' imperialistische und rassistische Einstellung Afrika gegenüber" eine breite Debatte erfordere - genau wie sein Beitrag zur Gründung der Universität im Jahr 1918. Das Beschmieren des Denkmals sei allerdings nicht akzeptabel, deshalb sei nun eine Untersuchung des "bedauerlichen Vorfalls" angeordnet worden.

him/AP



insgesamt 35 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
esistzuspät 17.03.2015
1. Genius at Work
"Einer der Studenten beschmierte das Standbild sogar mit menschlichen Exkrementen und stellte Bilder der Aktion ins Netz. " Beeindruckend, auf so eine glorreiche Idee muss man erstmal kommen. Wahrscheinlich würde sich John Rhodes im Grabe umdrehen, wenn er wüsste was für Leuchten heutzutage den Campus seiner Universität unsicher machen.
ogniflow 17.03.2015
2. Rhodes sollte weg
Die anderen Symbole des Kolonialismus (Infrastruktur,Krankenhäuser,...) verschwinden ja auch langsam,insofern wäre die Entfernung konsequent.
marcw 17.03.2015
3.
"Wessen Erbe wird hier eigentlich gepflegt?" Das der Kolonialisten natürlich, allein denen ist die Universität zu verdanken. Wer das Erbe der Bantu bestaunen will, der möchte sich in Swasiland umgucken.
Atheist_Crusader 17.03.2015
4.
Kann ich verstehen, Rhodes war schon ziemlich prägend für die Haltung der Briten zu ihren Kolonien. Wäre er 40-50 Jahre später geboren und in Deutschland, hätte er auch wunderbar in Onkel Adolfs Kompetenzteam reingepasst.
treverus 17.03.2015
5. Mit menschlichen Exkrementen beschmiert.
Da scheinen die "Eurozentrismus-Kritiker" ja in ihrem Element zu sein. Hãtten die englischen Rassisten das Land nicht kolonialisiert, kõnnte der junge Studentenfūhrer mit Sicherheit nicht studieren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.