Universität Toronto Laborant verkaufte Leichenteile an Flohmarkthändler

Mit dem Diebstahl von Leichenteilen aus der Uni wollte ein kanadischer Laborant sein Gehalt aufbessern. Für vier Gehirne, eine Hand und einen Fuß erhielt er von einem Flohmarkthändler knapp 330 Euro, doch dann schnappte ihn die Polizei.


Der 35-jährige ehemalige Laborant hat vor Gericht gestanden, die in Formaldehyd konservierten Leichenteile an einen Händler auf einem Antik-Flohmarkt verkauft zu haben. Wie die Zeitung "The Globe and Mail" berichtete, arbeitete der graduierte Biochemiker elf Jahre lang in einem Labor der Universität von Toronto und hatte als einer der wenigen Beschäftigten Zugang zur benachbarten Pathologie. Die Leichenteile waren teils schon Jahrzehnte alt, zwei Gehirne beispielsweise aus den dreißiger Jahren.

An einen Händler verkaufte der Laborant vier Gehirne, eine Hand und einen Fuß, die von den Familien der Toten für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt worden waren. Die Universität wollte die Leichenteile schließlich verbrennen und beerdigen. Doch dann stahl der Laborant sie und strich 500 kanadische Dollar (rund 330 Euro) vom Flohmarkthändler ein, der die Leichenteile wiederum für 1000 Dollar weiterverkaufen wollte. Eine Uni-Angestellte entdeckte die Gehirne auf dem Flohmarkt und alarmierte die Polizei.

Der Laborant, der seinen gut dotierten Job verloren hat und wieder zu seinen Eltern ziehen musste, wurde wegen illegalen Handels mit Leichenteilen angeklagt und entschuldigte sich vor Gericht. Zur Wiedergutmachung habe er der Universität 5000 Dollar gespendet und werde während seiner Bewährungszeit 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten, sagte sein Anwalt der Zeitung.



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