Elite-Uni Stanford Von der Leyen soll Hochschulnamen missbraucht haben

Ihre Doktorarbeit steht in der Kritik, nun droht Ursula von der Leyen auch aus den USA Ungemach: Die Elite-Uni Stanford fühlt sich ungerechtfertigt im Lebenslauf der Ministerin erwähnt - von der Leyen weist die Vorwürfe zurück.
Verteidigungsministerin von der Leyen: Hat sie sich unerlaubt mit Stanford geschmückt?

Verteidigungsministerin von der Leyen: Hat sie sich unerlaubt mit Stanford geschmückt?

Foto: PETER NICHOLLS/ REUTERS

Es gab schon bessere Tage für Ursula von der Leyen: Die in Deutschland unter Plagiatsverdacht stehende CDU-Politikerin wird laut einem Zeitungsbericht auch in den USA mit den Vorwürfen einer Hochschule konfrontiert. Die kalifornische Elite-Universität Stanford sehe ihren Namen durch die deutsche Verteidigungsministerin missbraucht, berichtet die "Welt am Sonntag"  ("WamS").

Die CDU-Politikerin, die in ihrem Lebenslauf auf ihrer Webseite  zwei Stationen an der Institution aufführt, war demnach laut einer Universitätssprecherin in keinem offiziellen Programm eingeschrieben, das mit einem Schein oder akademischen Abschluss abgeschlossen wird. Dabei nennt von der Leyen auf ihrer Homepage aktuell zwei Stationen an der Institution: 1993 sei sie "Auditing guest an der Stanford University, Graduate School of Business" gewesen, 1995 habe sie einen "Aufenthalt an der Stanford Health Services Hospital Administration" absolviert.

Wer sich jedoch ohne Zertifikat in seinem Lebenslauf auf die Universität beziehe, missbrauche den Namen Stanfords, zitiert der Bericht die Uni-Sprecherin. Demnach werden für Tätigkeiten, wie von der Leyen sie ausweise, auch keine Leistungsnachweise ausgestellt. Zu Ursula von der Leyen gebe es in Stanford keine offiziellen Dokumente.

Dazu ließ die Ministerin am Sonntag durch ihren Sprecher mitteilen, dass in dem Bericht "eine vermeintliche Angabe kritisiert wird", die sie nie gemacht habe - dass sie in einem offiziellem Programm eingeschrieben sei, habe sie nie gesagt. Sie habe vielmehr "stets herausgestrichen", dass der "Hauptgrund ihres Aufenthalts" der Forschungsaufenthalts ihres Mannes gewesen sei. Außerdem könne sie Unterlagen vorweisen, dass sie ehrenamtlich in der Krankenhausverwaltung gearbeitet habe.

Die medizinische Hochschule Hannover prüft derzeit die Doktorarbeit der Politikerin. Rechtsexperten halten den Entzug des Doktortitels für wahrscheinlich.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels fehlte noch die ausführliche Stellungnahme der Ministerin. Diese haben wir Sonntagmittag ergänzt.

apr