Mögliche Konsequenzen aus Plagiatsaffäre Von der Leyen wartet's ab

Was wäre, wenn... Ursula von der Leyen der Doktortitel aberkannt würde? Ein Plagiatsverdacht wird gerade geprüft. Die Ministerin ficht das nicht an, wie sie in einem Interview sagt.
Ursula von der Leyen: "Noch nie so schwierige Entscheidungen fällen müssen"

Ursula von der Leyen: "Noch nie so schwierige Entscheidungen fällen müssen"

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen muss unter einem enormen Druck stehen. Sie soll beim Verfassen ihrer Doktorarbeit womöglich nicht sauber gearbeitet haben, die Untersuchungen laufen. Wie sie das im Tagesgeschäft aushält, fragte die "Bild am Sonntag" von der Leyen nun.

"Ich habe in zehn Jahren als Ministerin gelernt, dass ich mich - ganz egal was in meinem Privatleben los ist - auf meine Arbeit konzentrieren kann", sagte die Ministerin dazu. "Diese Erfahrung kommt mir jetzt zugute. Denn ich habe noch nie in einem Amt so schwierige Entscheidungen fällen müssen wie im Verteidigungsministerium."

Die erhobenen Vorwürfe gegen von der Leyen, über die der SPIEGEL zuerst berichtet hatte, lassen die Ministerin trotzdem nicht kalt: "Dass ich die Kritik von VroniPlag ernst nehme, zeigt sich daran, dass ich die Universität bereits Ende August gebeten habe, meine Arbeit erneut zu überprüfen."

Die Plagiatsjäger von "VroniPlag" wollen an 45 Prozent der von ihnen untersuchten Seiten der Dissertation Plagiate und andere Zitierverstöße festgestellt haben. Rechtsexperten halten den Entzug des Doktortitels für wahrscheinlich. Wann dazu ein Ergebnis vorliegt, ist noch offen.

Mehrere Minister waren in der Vergangenheit wegen Plagiatsfällen zurückgetreten, darunter Ex-Bildungsministerin Annette Schavan. Eine Entscheidung, ob von der Leyen zurücktreten werde, wenn ihr die Medizinische Hochschule in Hannover den Doktortitel entziehen sollte, habe sie bislang nicht getroffen. Auf eine entsprechende Frage antwortete die Ministerin mit Nein.

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