Vor dem Bildungsgipfel Hochschulrektoren machen Druck

Ende Oktober treffen sich Bundeskanzlerin Merkel und Ländervertreter zum groß angekündigten Bildungsgipfel. Weil dabei viel weniger herauskommen könnte als erwartet, mischt sich jetzt die Hochschulrektorenkonferenz ein. Tenor: Die Länder sollen sich am Riemen reißen.


Um die Situation an den Hochschulen zu verbessern, fordert die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die Ministerpräsidenten der Länder zu einer stärkeren Zusammenarbeit mit dem Bund auf. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. "Statt Kompetenzgerangel brauchen wir eine konzertierte Aktion", sagt HRK-Präsidentin Margret Wintermantel mit Blick auf den Bildungsgipfel am 22. Oktober.

Derzeit sieht es so aus, als werde der von Bundeskanzlerin Angela Merkel initiierte Bildungsgipfel zu einem Kräftemessen zwischen den Bildungspolitikern aus Bund und Ländern. Die jüngste große Konfrontation war vor knapp zwei Jahren den Verhandlungen um den Hochschulpakt zu besichtigen. Damals hatte das Land Berlin das Milliardenpaket zur Hochschulfinanzierung bis zum Jahr 2010 beinahe scheitern lassen, weil es sich mehr Förderung angesichts erwarteter steigender Studentenzahlen wünschte.

Seit der Föderalismusreform liegt die Zuständigkeit für die Hochschulen weitgehend bei den Ländern. Ein größeres Engagement des Bundes stößt daher bei manchen Ländervertretern auf Argwohn. "Jedenfalls so lange, wie die Länder nicht bereit oder in der Lage sind, die Hochschulen adäquat zu finanzieren", bedürfe es einer größeren Mitfinanzierung durch den Bund, heißt es in einem Beschluss des HRK-Präsidiums.

Insgesamt seien jährlich 2,6 Milliarden Euro erforderlich, um die Lehre zu verbessern und die Zahl der Studienplätze zu erhöhen. "Deutschland braucht leistungsstarke Hochschulen nicht weniger dringend als ein funktionierendes Bankensystem", sagt Wintermantel.



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