Was kostet die Welt? Izmir, Meer und mehr

Timo Huguet

Von Samuel Acker

5. Teil: Ausgehen und Feiern: stickig und gesprächig


Treffpunkt Uhrenturm: Der Abend startet mit Raki und Fisch
Samuel Acker

Treffpunkt Uhrenturm: Der Abend startet mit Raki und Fisch

"Vorglühen", wie man es aus Deutschland kennt, ist in Izmir eher unüblich. Bevor man tanzen geht, trifft man sich abends aber gern in der Nähe des Saat Kulesi (Uhrenturm), dem Wahrzeichen der Stadt. In seiner Umgebung gibt es viele gute "Meyhane", kleine Lokale, in denen man Raki zum frisch gegrillten Fisch trinkt. Nachher geht es zum Feiern dann meist ins Herz des hippen Viertels Alsancak. Hier reiht sich Pub an Pub, überall hört man wummernde europäische Housemusik oder türkische Pophits. Der Eintritt ist fast überall kostenlos: Reine Diskotheken gibt es kaum, Bar und Klub gehen hier fließend ineinander über. Es ist laut, eng und verraucht. Offiziell ist in den meisten Gaststätten der Türkei das Rauchen verboten, es schert sich aber niemand darum.

Eine Flasche Bier kostet in den meisten Bars drei Euro, in etwas schickeren Läden kann sie auch die Fünf-Euro-Marke knacken. Zum Beispiel im 1888 in Alsancak, das Austauschstudent Timo empfiehlt. "Dort ist alles etwas teurer, dafür legen aber auch sehr gute Electro- und Techno-DJs auf." Wer andere Musik und Preise bevorzugt, für den empfiehlt der Izmirer Kommunikationsstudent Ulas die Beri Blues Bar im Uni-Viertel Bornova: "Gemütlich, günstig und man kann dort Rockkonzerte von den besten Bands aus der Umgebung hören." Im Nachtleben kommt man als Austauschstudent schnell mit Türken ins Gespräch: "In Izmir gibt es viel weniger Touristen als beispielsweise in Istanbul. Wir freuen uns daher immer, Ausländer kennenzulernen und sind neugierig." Das kann Timo aus München bestätigen: "Mir wurde schon häufiger einfach mal ein Bier rübergebracht, oder die Kneipenbekanntschaft lädt einen direkt zu einer Tour durch die Stadt ein. Die türkische Gastfreundschaft, sie macht das Feiern in Izmir zu etwas ganz Besonderem."

insgesamt 13 Beiträge
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e_c 26.08.2014
1. Schöner Artikel...
...der Lust auf Izmir macht. Kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Kleine Korrekturen: hadi kopalim basiert auf dem Verb "kopmak", was "abreißen" und nicht "explodieren" bedeutet. Und das unter Türken gerne auch "Prostituiertenfrühstück" (sozusagen unsere putanesca) genannte Gemüseomelette heißt "Menemen", nicht "Meneme".
chestbaer 26.08.2014
2.
...mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass die Stadt, jedenfalls auf den ersten Blick, ultra hässlich ist...
herrschickhilfe! 26.08.2014
3. dört gözle beklemek
statt "dört gözle bekliyorum" waere meines Erachtens die bessere Übersetzung fuer "sich sehr auf etwas freuen". Das "dört gözle bekliyorum" heisst eher, dass man jemanden erwartet, ohne besondere Emotionen. Was sagen denn die türkischen LeserInnen dazu?
per.roentved 26.08.2014
4. lernen?!
Ich dachte, man macht ein Auslandssemester, um was zu lernen?! Also in seinem Studienfach. Wie soll denn da was bei rumkommen, wenn ich noch nicht mal ansatzweise die Sprache kann. Nach einem Jahr kann ich vielleicht im Cafe nen Latte bestellen oder so. Aber richtig inhaltlich in meiner Disziplin wie Biologie, Medizin, Informatik etc. pp. versteh ich doch kein Wort. Oder geht es eigentlich doch nur um Strand, Meer und Party? Häng ich halt zuhause nochn Semester dran, ist ja nicht so schlimm. Dafür hab ich aber später beim Berufseinstieg "Auslandserfahrung". So ein Blödsinn. In England oder USA studieren seh ich ein, die Sprache kann man schon vor dem Studium. Aber Türkisch?????
Yabanci Unsur 26.08.2014
5. Dikkatinize
Eline sağlık sollte besser als "Gesundheit deinen Händen" übersetzt werden, weil die Gesundheit hier nicht in jemandes Hände gelegt werden soll, sondern jemandem für seine Mühen und seine Geschicklichkeit gedankt wird. Unfein aber brauchbar ist auch siktir – f… you. Bitte und Danke sollten eigentlich auch nicht fehlen.
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