Wirtschaftsstudenten in China Golfen lernen heißt siegen lernen!

Sozialismus war gestern. Heute ist Golf. Die Uni der südostchinesischen Stadt Xiamen verdonnert ihre Studenten in Zukunft dazu, den Schläger zu schwingen. Angeblich wird die Jobsuche für Absolventen auf diese Weise einfacher.


Peking - Es ist noch nicht besonders lange her, da galt Golf in China als dekadente Beschäftigung der Westler. Doch diese Zeiten sind mittlerweile vorbei. Unterdessen befindet sich sogar das weltgrößte Green - der Mission Hills Golf Club Honkong - auf chinesischem Boden. Und auch an den chinesischen Universitäten gibt es inzwischen eine Reihe Golfclubs.

Golfspieler: "In China werden viele Geschäfte auf dem Golfplatz abgeschlossen"
AP

Golfspieler: "In China werden viele Geschäfte auf dem Golfplatz abgeschlossen"

Nun soll der einst geschmähte Sport sogar zum Pflichtprogramm werden. Nach einem Bericht der Zeitung "China Daily" müssen Studenten in der südostchinesischen Stadt Xiamen in Zukunft den Schläger schwingen. Betroffen sei jeder, der an der Universität der Stadt Wirtschaftswissenschaften, Jura oder Informatik studiere. "Das Ziel ist es, den Studenten dabei zu helfen, gute Jobs zu finden", erklärte Sportprofessor Chen Xiao. "In China werden viele Geschäfte auf dem Golfplatz abgeschlossen."

Universitätsdirektor Zhu Chongshi sagte, sein Haus müsse als Bildungseinrichtung "die Anforderungen des Marktes erfüllen". Und dort gebe es eben einen Bedarf an "Eliteausbildung". Deswegen habe man die Golfpflicht eingeführt. In zwei Monaten will die Uni in Xiamen ihre neu Driving Range einweihen, auf der sich die Studenten dann ausprobieren sollen.

Dabei hält längst nicht jeder im Land die Pflicht zum Golf für eine gute Idee. Kritiker argumentieren, dass Golf in China, wo viele Menschen noch in Armut leben, einfach zu elitär sei.

chs/rtr/AP



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