Wirtschaftsweiser zu Gebühren "500 Euro eine Hausnummer"

Der Wirtschaftsweise Bert Rürup spricht sich dafür aus, nach einer Einführung von Studiengebühren jedem Studenten Kredite anzubieten. Entsprechende Pläne hätten die Banken längst in den Schubladen. Für Ausfälle soll nach Rürups Meinung der Staat aufkommen.

Am kommenden Mittwoch (26. Januar) könnte das Bundesverfassungsgericht das Verbot von allgemeinen Studiengebühren in Deutschland kippen. In diesem Fall sollen die Banken den Studenten nach Willen des Wirtschaftsexperten Bert Rürup Kredite anbieten. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT setzt sich Rürup dafür ein, solche Darlehen nach den üblichen Zinssätzen zu vergeben.

Entsprechende Angebote sind nach Auskunft Rürups bei den Banken längst angedacht. Falls das Studiengebührenverbot fällt, "werden sehr, sehr schnell erste Studienkreditprogramme auf dem Markt sein", so Rürup. Auch wenn die Hochschulen weiterhin keine Gebühren erheben dürften, seien solche Programme sinnvoll: "Wir wollen, dass die Entscheidung, ein Studium aufzunehmen, unabhängig ist vom Goodwill und den Möglichkeiten der Eltern und Verwandten."

Stipendien für Ärmere

Das Geschäft mit der Studienfinanzierung könne sich für die Kreditinstitute lohnen, meint der Wirtschaftsweise. Ein Studium bringe in hohem Maße private Erträge für die Studenten ein. "Der Staat müsste lediglich die Ausfallbürgschaft übernehmen."

Studenten aus ärmeren Familien sollen nach Rürups Willen aber weiterhin Stipendien erhalten. Ein Teil des derzeitigen Bafögs für Studenten aus sozial schwächeren Familien muss nicht zurückgezahlt werden.

Generell befürwortet Rürup, der sich auf Vorschläge des Sachverständigenrates bezieht, die Einführung von Studiengebühren. 500 Euro pro Semester seien "eine Hausnummer" für die Testphase.

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