Wohnheime Noch Zimmer frei

Ein Wohnheim ist für Studenten meist das günstigste Dach über dem Kopf. Bei den Studentenwerken haben Interessenten derzeit gute Chancen, einen Platz zu ergattern. Das könnte sich bald ändern - mit dem erwarteten Ansturm von Erstsemestern.


Über 220.000 Wohnheimplätze stehen deutschen Hochschülern nach einer neuen Statistik des Deutschen Studentenwerkes zur Verfügung, verteilt auf über 1000 Wohnanlagen. Rund zwölf Prozenten der Studenten wohnen aktuell in Wohnheimen, zum Teil auf engem Raum wie in den originellen Münchener Wohnwürfeln.

Quadratisch und praktisch: Studentenwohnheim aus Fertigmodulen in Konstanz
DPA

Quadratisch und praktisch: Studentenwohnheim aus Fertigmodulen in Konstanz

"Derzeit haben die Studierenden in den meisten Hochschulstädten gute Chancen, rasch einen Wohnheimplatz zu erhalten", betont Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Allerdings sollten sich Studenten möglichst frühzeitig um ein Zimmer zu kümmern - indem sie sich bei den lokalen Studentenwerken bewerben.

Wohnheime seien, so der Vertreter des Studentenwerks, wichtig für die Integration ausländischer Studenten. Eine erfolgreiche Integration könne jedoch nur gelingen, "wenn das Verhältnis inländischer und ausländischer Studenten ausgewogen ist". Im Durchschnitt ist über ein Drittel der Wohnraumplätze, in manchen Städten über die Hälfte an Studenten aus dem Ausland vergeben.

Im Vergleich zur jeweiligen Studentenzahl haben die neuen Bundesländer mehr Wohnheimplätze als die alten. Spitzenreiter sind Brandenburg, Sachsen und Thüringen mit Unterbringungsquoten von über 15 Prozent, Schlusslicht ist Bremen mit unter fünf Prozent.

Die derzeit relativ entspannte Lage könnte sich aber bald verschärfen: Auf die deutschen Hochschulen kommt ein Ansturm von Erstsemestern zu. Nach Prognosen der Kultusministerkonferenz wird die Studentenzahl in den nächsten Jahren deutlich steigen und 2014 mit dann 2,7 Millionen ihren Höhepunkt erreichen.

jaf



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