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Prämierte Plakate: Alles stapelt sich

Foto: Xueh Magrini Troll

Studenten-Plakate zur Wohnungsnot Wie die Sardinen

Gestapelt, gestopft, das Wohnheim droht zu platzen: 400 Studenten haben kreative Plakate zur Wohnungsnot gestaltet. Hier sehen Sie die besten Arbeiten.

Viele, viele, viele Menschen. Sie stapeln sich übereinander, nebeneinander, drängeln sich in einer großen Traube vor einem kleinen Häuschen: So sieht studentische Wohnungsnot aus. Zumindest, wenn Studenten sie illustrieren. Das haben sie für das Deutsche Studentenwerk getan, das um Beiträge für den 29. Plakatwettbewerb bat. Er stand unter dem Motto "Wie ge-wohnt".

Knapp 400 Studenten reichten 640 Plakate ein. Nun stehen die Preisträger fest: Designstudentin Xueh Magrini Troll von der Weißensee Kunsthochschule Berlin hat die Jury mit ihrem Plakat, auf dem zu sehen ist, wie sich Menschen aufeinandertürmen, überzeugt. Sie erhält den ersten Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist. "Mama ich habe eine Wohnung gefunden 2" hat sie das Bild genannt.

Die Motive der anderen Plakaten zeigen vor allem alternative Wohn- und Schlafmöglichkeiten (Mülltonne, Sardinenbüchse, Schreibtisch, Zelt, Pappkarton) oder wieder Menschenmengen (vor Häusern stehend, um Schlüssel kämpfend, übereinander liegend). Auf einem Poster sieht man ein Smartphone-Display mit einer Anfrage an die Software Siri: "Hey Siri", steht da. "Was kann ich für dich tun?", fragt Siri. "Kann ich bei dir wohnen?" Und Siri antwortet: "Oh. Guck mal, ein Eichhörnchen!!!"

Dass die Wohnungssuche in vielen Städten für Studenten extrem schwierig ist, zeigt eine neue Studie des Immobilienentwicklers GBI. Demnach ist es vor allem in München schwer, eine Wohnung zu finden, gefolgt von Frankfurt am Main und Hamburg. GBI hat für die Studie 87 deutsche Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Studenten verglichen. Anhand von Kriterien wie zum Beispiel der Attraktivität der Stadt, der Erstsemesterzahl und der Durchschnittsmiete für ein WG-Zimmer wurde das Ranking erstellt.

Auch das Studentenwerk ist sich der angespannten Situation bewusst: Obwohl die Zahl der Studenten in den vergangenen Jahren um fast ein Viertel auf 2,5 Millionen gestiegen ist, nahm die Zahl der geförderten Wohnheimplätze nur um drei Prozent zu. Noch bis zum Jahr 2020 soll das Studentenhoch anhalten, heißt es auf der Homepage des Studentenwerks.

Eine Ausstellung mit den 30 besten Plakaten zum Thema "Wie ge-wohnt" wird in den nächsten anderthalb Jahren nacheinander in den Deutschen Studentenwerken zu sehen sein.

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