Zur Kasse bitte Studenten protestieren gegen Gebühren

Mehrere tausend Menschen gingen heute in Wiesbaden und Hamburg bei Demonstrationen gegen Studiengebühren auf die Straße. Trotzdem beschloss am Abend die CDU-Mehrheit in der Hamburger Bürgerschaft die Einführung der Gebühren vom Sommersemester 2007 an.


Hamburg - Die Hansestadt ist damit das fünfte Bundesland, in dem das Studium künftig Geld kostet. Bislang sind die Gebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg beschlossen. Neben dem Saarland plant auch Hessen ab Herbst 2007 die Einführung eines kostenpflichtigen Studiums.

Demonstrantin in Hamburg: Studiengebühren von Sommer 2007 an
DDP

Demonstrantin in Hamburg: Studiengebühren von Sommer 2007 an

Deshalb hatte in Wiesbaden die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Allgemeinen Studentenausschüsse und die Landesschülervertretung zu Protesten aufgerufen. SPD und Grüne unterstützten die Aktionen.

Bei den Protesten in Wiesbaden kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Einzelne Gruppen spalteten sich von der Menge ab und blockierten Straßen. Der Verkehr in der Innenstadt kam zeitweise zum Erliegen. Insgesamt 21 Demonstranten wurden festgenommen.

In Hamburg wurde ein Demonstrant ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er von Einsatzkräften mit einem Knüppel geschlagen wurde, wie die Veranstalter mitteilten. Polizeisprecher Ralf Meyer sagte, der Verletzte habe zuvor eine Beamtin beleidigt und ihr in den Unterleib getreten.

Die Demonstrationen richteten sich auch gegen Verschlechterungen im Bildungsbereich. Die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) plant, bei kurzfristigen Unterrichtsausfällen auch Eltern oder Studenten unterrichten zu lassen.

Vertreter der Studenten kündigten anhaltenden Widerstand an. "Studiengebühren führen zu sozialer Selektion", sagte Sören Steffe von der Landes-Astenkonferenz. Die Landeskonferenz der Allgemeinen Studentenausschüsse prüfe die Möglichkeit einer Klage sowie eines Volksbegehrens gegen das von der Landesregierung geplante Gebührengesetz.

bri/dpa/AP



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