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31. Januar 2006, 15:56 Uhr

Zuwanderer

Mehr Bildung mit Pass

Eingebürgerte Zuwanderer in Nordrhein-Westfalen haben eine bessere Schulbildung, qualifiziertere Jobs und sind seltener arbeitslos als Ausländer ohne deutschen Pass - das zeigt die bundesweit erste Untersuchung über die Lebenslage von Zuwanderern.

Die Untersuchung ist bislang unveröffentlicht und wurde vom Land Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben. Nach der Sonderauswertung des Mikrozensus 2005 leben allein in NRW neben knapp 1,9 Millionen Ausländern bereits 556.000 eingebürgerte ehemalige Ausländer. Nur 11,6 Prozent der Eingebürgerten in NRW (bei den Ausländern: 22,9 Prozent) haben keinen Schulabschluss. Besonders krass sind die Bildungsunterschiede bei türkischen Frauen: Mehr als jede fünfte eingebürgerte Türkischstämmige hat die (Fach-)Hochschulreife, aber nur jede 15. Türkin.

44,9 Prozent der Zuwanderer mit deutschem Pass arbeiten als Angestellte (bei Ausländern: 37,4 Prozent); nur 40,3 Prozent als Arbeiter (Ausländer: 51 Prozent). Insgesamt sind 57,3 Prozent der Eingebürgerten erwerbstätig, aber nur 47,7 Prozent der Ausländer. Die NRW-Zahlen beschreiben freilich nur den Ist-Zustand der Eingebürgerten, Rückschlüsse auf eine Verbesserung ihrer Lage seit Erhalt des deutschen Passes lassen sie nicht zu.

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