Ägypten Erneut Influencerin zu Haft verurteilt

Zum sechsten Mal innerhalb einer Woche ist in Ägypten eine Influencerin zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Begründung: "Anstiftung zur Ausschweifung und Unmoral".
Influencerin Manar Samy (Archiv): Wegen "Anstiftung zur Ausschweifung und Unmoral" verurteilt

Influencerin Manar Samy (Archiv): Wegen "Anstiftung zur Ausschweifung und Unmoral" verurteilt

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KHALED DESOUKI/ AFP

Ein Gericht in Ägypten hat eine Freiheitsstrafe gegen die Influencerin Manar Samy verhängt. Sie sei wegen "Anstiftung zur Ausschweifung und Unmoral" zu drei Jahren Haft verurteilt worden, hieß es aus Justizkreisen. Zudem muss sie eine Geldstrafe in Höhe von 300.000 ägyptischen Pfund (knapp 16.000 Euro) zahlen.

Es ist der sechste Fall innerhalb einer Woche, in dem eine Influencerin in Ägypten zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Samy wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Anfang Juli wegen ihrer Videos im Onlinedienst TikTok festgenommen. In den Clips tanzt sie und bewegt zu Popsongs ihre Lippen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wurden die Videos "zum Zwecke der Prostitution" gemacht und stellen einen "Verstoß gegen die öffentliche Moral" dar. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erst am Montag waren fünf ägyptische Influencerinnen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Die bekannten Bloggerinnen Hanin Hossam und Mowada al-Adham sowie drei weitere Internetbekanntheiten sollen ebenfalls gegen die "öffentliche Moral" verstoßen haben.

Die Regierung in Ägypten geht mit großer Härte gegen Influencer und Internetaktivisten vor. Ein 2018 eingeführtes Gesetz erlaubt die Zensur von Websites, die als Bedrohung der nationalen Sicherheit betrachtet werden, sowie die Überwachung von Internetnutzern, die mehr als 5000 Fans in den Onlinediensten haben.

Rund 40 Prozent der Ägypter haben Zugang zum Internet. Im Arabischen Frühling 2011 spielten Onlinedienste wie Twitter oder Facebook eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung von Demonstranten.

bbr/AFP
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