Ärger mit der Eigenmarke Kunden beklagen sich über brennende Amazon-Basics-Produkte

Mehr als 1500 Kommentare zu brennenden USB-Kabeln und explodierenden Batterien: Laut CNN kommt es in den USA immer wieder zu Unfällen mit Amazon-Basics-Produkten. Auch hierzulande gibt es vereinzelt Beschwerden.
Verkauft Amazon Aktenvernichter, die sich selbst einschalten und einen Feuerball ausspucken?

Verkauft Amazon Aktenvernichter, die sich selbst einschalten und einen Feuerball ausspucken?

Foto: imago images / Newscast

Schmelzende Kabel, verschmorte Ladegeräte und brennende Mikrowellen: Amazon verkauft offenbar einige Produkte unter der Eigenmarke "Amazon Basics", die für Kunden im schlimmsten Fall gefährlich werden können. Die Geräte werden selbst dann noch weiterverkauft, wenn die Mängel bekannt werden, wie "CNN" berichtet .

Den Recherchen des Fernsehsenders zufolge haben Verbraucher in den USA in den vergangenen fünf Jahren mindestens 1500 solcher Mängelbewertungen zu mehr als 70 Produkten verfasst. Die Produkte hätten den Rezensionen zufolge entweder Rauch entwickelt oder seien geschmolzen, explodiert oder in Flammen aufgegangen. Teilweise seien die Kunden sogar von defekten Amazon-Basics-Produkten verletzt worden. Telefonladekabel sollen Hände und Füße verbrannt und explodierende Batterien angeblich Chemikalien ins Gesicht eines Verbrauchers gespritzt haben.

Betroffen sind laut dem Bericht ausschließlich elektronische Produkte. Es geht um Aktenvernichter, die sich selbst einschalten und einen Feuerball ausspucken, und Mikrowellen, die anfangen zu brennen. Angeblich auch, als ein achtjähriges Mädchen ihre Käsenudeln damit aufwärmen wollte. "CNN" hat die Mikrowelle aus dem Amazon-Basics-Sortiment im Labor testen lassen. Experten stellen bei der Überprüfung fest, dass womöglich die Form einer Abdeckungsklappe über der Heizeinheit für die Brände verantwortlich sein könnte.

Amazon verweist auf hohe Qualitätsansprüche

Amazon hält seine Produkte für ungefährlich. Ein Sprecher teilte dem SPIEGEL mit: "Wir nehmen die Sicherheit unserer Produkte sehr ernst und sind überzeugt, dass die Amazon-Basics-Mikrowelle sicher ist." Das gelte auch für die anderen Angebote im Sortiment der Eigenmarke. "Um zu garantieren, dass geltende Sicherheits- und Prüfstandards erfüllt werden, testen wir unsere Produkte, bevor sie ins Angebot übernommen werden."

Allein auf Kundenbewertungen will man sich aber nicht verlassen. Neben ständigen Tests der angebotenen Produkte würden jegliche Anzeichen von Sicherheits- oder Qualitätsmängeln sorgfältig überprüft. Je nach Ergebnis der Prüfung würden dann auch Kunden informiert und Produkte entfernt oder angepasst, teilte der Sprecher mit.

Laut "CNN" sind mittlerweile mindestens elf der betroffenen Amazon-Produkte nicht mehr verfügbar.

Einige der beanstandeten Produkte der Amazon-Eigenmarke sind auch in Deutschland erhältlich. In den Rezensionen von deutschen Nutzern finden sich vereinzelte Beschwerden über verschmorte Platinen in Ladegeräten  und ausgelaufenen Batterien . Auf eine Anfrage des SPIEGEL, wie die Sicherheit von Amazon-Basics-Produkten in Deutschland zu bewerten ist, hat die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik am Freitagvormittag nicht reagiert.

Verbraucherschützer raten betroffenen Kunden generell, sich bei schadhaften Geräten an den Händler zu wenden und eine Ersatzlieferung zu verlangen. "Wenn die Reparatur zweimal ohne Erfolg ist oder die Ersatzlieferung ausbleibt, haben Verbraucher das Recht, den Kaufpreis zu mindern oder vom Vertrag zurückzutreten", sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg dem SPIEGEL. Sollte sich ein Verbraucher aufgrund eines defekten Produkts verletzen oder ein anderer Schaden entstehen, dann sei der Hersteller der Ansprechpartner für weitere Ansprüche: "Diese müssen dann im Einzelfall geklärt werden."

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