Brasilien iPhones ohne Netzteil verkauft – Millionenstrafe für Apple

Heute soll das neue iPhone vorgestellt werden, da kann Apple negative Schlagzeilen kaum gebrauchen. Doch in Brasilien hat der Konzern nun juristischen Ärger: Es geht um den Lieferumfang bei Smartphones.
Apple-Mobiltelefone (Symbolbild)

Apple-Mobiltelefone (Symbolbild)

Foto: Mike Segar / REUTERS

Die schiere Summe wird Apple verkraften. Die negative Presse hingegen dürfte den US-Technikkonzern gerade zum jetzigen Zeitpunkt mehr wurmen. Apple muss umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro Strafe zahlen, weil es in Brasilien Smartphones ohne Netzteil verkauft hat.

Brasilianische Behörden warfen dem Unternehmen am Dienstag (Ortszeit) »diskriminierende Praktiken« vor und forderten einen sofortigen Stopp des Verkaufs von Smartphones der Marke iPhone – unabhängig von Modell und Generation –, die nicht mit einem Ladegerät ausgestattet sind.

Das Ministerium für Justiz und öffentliche Sicherheit verurteilte das kalifornische Unternehmen zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 12,28 Millionen Real (fast 2,4 Millionen Euro). Der Verkauf sämtlicher Smartphones vom Modell iPhone 12 und iPhone 13 wurde verboten. Apple will gegen die Entscheidung vorgehen.

Nach Angaben der brasilianischen Behörden erklärte Apple, die Entscheidung, iPhones ohne Ladegerät anzubieten, sei aus einer »Verpflichtung der Umwelt gegenüber« erfolgt. Brasilianische Behörden argumentierten jedoch, dass es durch die Maßnahme des Konzerns »keinen wirksamen Nachweis für den Umweltschutz in Brasilien« gebe.

Apple erklärte: »Wir haben in dieser Frage in Brasilien bereits zahlreiche Gerichtsverfahren gewonnen. Wir sind uns sicher, dass sich unsere Kunden der verschiedenen Möglichkeiten bewusst sind, mit denen unsere Geräte geladen und verbunden werden können.«

Die Entscheidung aus Brasilien kommt für den Technologiekonzern zur Unzeit. Immerhin hat Apple an diesem Mittwoch in seine Konzernzentrale in Cupertino (US-Bundesstaat Kalifornien) geladen.

Erstes großes Event seit Ausbruch der Pandemie

Dort wird Apple voraussichtlich eine neue iPhone-Generation vorstellen. Erwartet werden auch neue Modelle der Computer-Uhr Apple Watch sowie der kabellosen Airpods-Ohrhörer. Es ist Apples erstes großes Neuheiten-Event vor Ort seit Beginn der Coronapandemie. In den beiden vergangenen Jahren wurden die neuen iPhones nur online präsentiert.

Medienberichten zufolge sollen zumindest die teureren Pro-Versionen des mutmaßlichen iPhone 14 unter anderem verbesserte Kameras bekommen sowie Displays, die ständig eingeschaltet bleiben können. Das würde neue Möglichkeiten für Widgets auf dem Homescreen schaffen, die aktuelle Informationen anzeigen – zum Beispiel Live-Stände bei Sportereignissen. Auch der Ausschnitt im Display für Selfie-Kamera und Gesichtserkennungsfunktion soll unter anderem nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg kleiner werden.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Fassung dieses Artikels war von fehlenden Ladekabeln die Rede, der große Streitpunkt sind aber fehlende Netzteile. Wir haben die Stellen angepasst.

jok/AFP
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