Adobe Lightroom Fotosoftware löscht versehentlich Nutzerfotos

Nach einem Update der Foto-App Lightroom finden manche Nutzer Fotos und Voreinstellungen nicht wieder. Wegen eines Fehlers seien die gelöscht worden, sagt Hersteller Adobe, eine Rettung nicht möglich.
Adobe Lightroom auf einem iPad Pro: normalerweise zuverlässig

Adobe Lightroom auf einem iPad Pro: normalerweise zuverlässig

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Für manche Nutzer der Fotobearbeitungs-App Lightroom war diese Woche keine gute Woche. Am Dienstag hatte Softwarehersteller Adobe für Apples iPhones und iPads ein Update der App veröffentlicht. Wie das mit Updates so ist, sollte es die Software verbessern und ein paar Fehler beseitigen, die man entdeckt hatte. Unter anderem gab es nun Versionen auf Polnisch und Vietnamesisch.

Doch statt Begeisterung machte sich in Adobes Lightroom-Mobile-Forum  schnell Entgeisterung breit. Etliche Nutzer klagten, nach der Installation der aktualisierten Version seien bei ihnen Fotos nicht mehr auffindbar. Manche berichteten, dass bei ihnen auch sogenannte Vorgaben verschwunden seien, das sind Fotofilter, die bestimmte Looks oder Bearbeitungsschritte automatisch erzeugen. Teilweise sind sie kostenlos, für manche muss man bezahlen.

Auf Reddit klagte ein Hobbyfotograf , er habe durch das Update den Zugriff auf die Ergebnisse von mehr als zwei Jahren Arbeit mit der Bildbearbeitungs-App verloren, all seine Fotos und Vorgaben seien verschwunden. Nachdem er in den vergangenen zwei Tagen mehr als vier Stunden wegen des Problems mit Adobes Kundenservice gesprochen habe, sei ihm schließlich gesagt worden, dass es dafür keine Lösung gebe. Seine Fotos seien unrettbar verloren.

Mit ziemlich genau dieser Aussage meldete sich dann auch Adobe-Manager Rikki Flohr im Lightroom-Mobile-Forum. Man sei sich des Problems bewusst, dass manche Nutzer, die ihre Bilder nicht in der Adobe-Cloud gesichert haben, Fotos und Vorgaben vermissen würden. Zwar habe Adobe mittlerweile ein weiteres Update veröffentlicht, mit dem der wunderliche Fotoschwund nicht mehr auftrete.

Bereits verschwundene Bilder und Vorgaben würden dadurch aber nicht wiederhergestellt. Außerdem entschuldige man sich bei den betroffenen Kunden. Dieselbe Stellungnahme wurde wenig später auf der Adobe-Webseite  veröffentlicht.

Von dem Problem betroffen dürften in erster Linie Nutzer sein, die die kostenlose Lightroom-Version verwenden, denn die verfügt über keine Anbindung an Adobes Cloud-Speicher, über die man seine Daten sichern könnte. Wer hingegen die 4,99 Euro pro Monat für ein Lightroom-Abo investiert hat, ist laut Adobe auf der sicheren Seite.

Dasselbe scheint für Gelegenheitsnutzer zu gelten. Der Autor dieser Meldung jedenfalls hat auch als nicht zahlender Nutzer keinen Fotoverlust zu beklagen, hat die App aber auch an diesem Freitag zum ersten Mal in dieser Woche geöffnet - und da war das Update des Updates bereits installiert.

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